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Franchising | Do, 14.06.2012 09:32

Geschichte des Franchisings

Der Begriff „Franchise“ hat seinen Ursprung im mittelalterlichen Frankreich. Dort bezeichnete er die Vergabe von Privilegien an Dritte, die gegen Entgelt eine im staatlichen Interesse liegende Produktion oder den Handel mit gewissen Erzeugnissen betrieben. In Großbritannien prägte der Begriff das Vorrecht, das die britische Krone Vertrauensleuten zur Steuereinnahme einräumte.


In den USA des 19. Jahrhunderts wurden unter dem Namen „Franchising" Rechte zur Erschließung des Kontinents vergeben. Auf diese Weise konzessionierte man etwa die Eisenbahnlinien. Ins amerikanische Wirtschaftsvokabular übernommen, wurde Franchising in seinen Ausprägungen nach den Bedingungen der Märkte weiterentwickelt. Mitte des 19. Jahrhunderts verstand man unter Franchising die kommerzielle Nutzung von Rechten Dritter – und damit war bereits die Nähe zum heutigen Verständnis von Franchising gegeben.

Franchising ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen und entwickelt sich ständig weiter. Die heutige Form des Franchisings fand ihren Ursprung am 2. März 1955 mit dem Franchise-System „McDonald's". Der Jazz-Musiker und ehemals als Milchmixgeräte-Vertreter tätige Ray Kroc legte mit der Hamburger-Kette den Grundstein zu einem der weltweit erfolgreichsten Franchise-Systeme. Die Expansion von McDonald's verlief dabei parallel zum allgemeinen Erfolgsdurchbruch des Franchisings. Die Weiterentwicklung zum heutigen Franchising bestand darin, die Angebotsorientierung um das Wissen der Geschäftsführung zu erweitern.  

Betrachtet man die historische Entwicklung des Franchisings, so wird deutlich, dass es seit Etablierung des modernen Franchisings in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts weltweit wesentlich zur positiven wirtschaftlichen Gesamtentwicklung beigetragen hat. Heute existieren weltweit mehrere zehntausend Franchise-Geber, die zusammen mit ihren Franchise-Partnern eine bedeutende Wirtschaftsgröße darstellen.

Auch in Deutschland nimmt Franchising als Vertriebsform immer mehr zu – gab es 1995 erst 530 Franchise-Systeme in Deutschland, sind es mittlerweile rund 1.000. Damit zählt Deutschland zu den europäischen Ländern mit der größten Dichte an Franchise-Betrieben. Auch für die Zukunft wird der deutschen Franchise-Wirtschaft ein stärkeres Wachstum gegenüber der Gesamtwirtschaft prognostiziert.

Die Vertriebsform Franchising ist so angelegt, dass die Vielfältigkeit der Konzepte genau auf das Produkt bzw. die Branche zugeschnitten ist. Gleichzeitig macht die Arbeitsteilung zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer das System so flexibel, dass es sich jederzeit neuen Marktgegebenheiten anpassen kann. Damit trägt die Franchise-Wirtschaft auch entscheidend zur Schaffung neuer und zur Erhaltung bestehender Arbeitsplätze bei.

(Redaktion)