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Wirtschaft | Fr, 29.10.2010 09:56

Gewinner des Landespreises für junge Unternehmen geehrt

„Der Erfindergeist und die Fähigkeit, aus guten Ideen erfolgreiche Produkte zu entwickeln, prägen das Selbstbewusstsein der Menschen in Baden-Württemberg und machen unser Land zu einer der innovationsstärksten Regionen in Europa. Bei den zehn Preisträgern ist die unternehmerische Begeisterung am eigenständigen Aufbauen und Entwickeln spürbar. Sie sind beispielhaft dafür, wie in Baden-Württemberg Unternehmen im Austausch mit unseren ausgezeichneten Hochschulen und Forschungsinstituten erfolgreich Produkte und Dienstleistungen entwickeln und dazu beitragen, die Innovationskraft unserer Wirtschaft weiter auszubauen“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus anlässlich der Preisverleihung am 28. Oktober 2010 in der L-Bank in Stuttgart.

Sonderpreis für eine herausragende und vorbildliche Übernahme: Bäckerei & Konditorei Jochen Baier, Herrenberg. Der Familienbetrieb, den Jochen Baier 2003 von seinem Vater übernahm, behauptet sich bereits in der sechsten Generation. (Foto: L-Bank)

Sonderpreis für eine herausragende und vorbildliche Übernahme: Bäckerei & Konditorei Jochen Baier, Herrenberg. Der Familienbetrieb, den Jochen Baier 2003 von seinem Vater übernahm, behauptet sich bereits in der sechsten Generation. (Foto: L-Bank)


Der Ministerpräsident ist Schirmherr des renommierten Wettbewerbs, der zum achten Mal von Land und L-Bank vergeben wurde. Mit einem Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro zählt er bundesweit zu den höchstdotierten Auszeichnungen in der Wirtschaft. Bei der Auswahl werden Unternehmenskonzept, unternehmerische Leistung und wirtschaftlicher Erfolg der jungen Unternehmen beurteilt. Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist, dass die Persönlichkeit der Preisträger und ihre soziale Kompetenz Vorbild für andere Unternehmer sind. Mehr als 400 Betriebe aus Baden-Württemberg haben sich 2010 um den Landespreis beworben.

Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, charakterisierte die Landespreisträger als Visionäre mit Bodenhaftung. „Bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells haben diese Unternehmer ein sensibles Gespür für Trends, aber auch für die Grenzen des Machbaren. Viele von ihnen sind dadurch den Anforderungen ihrer Kunden und dem Angebot der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus. Bemerkenswert ist, dass Technik für sie nie Selbstzweck ist, sondern stets verantwortlich mit Blick auf die Ressourcen und die Umwelt eingesetzt wird.“

Technologische Entwicklungen spielen dabei nicht nur in den forschungsnahen Branchen eine Rolle. Die Bewerber um den Landespreis zeigten, dass auch handwerkliche Tradition und Dienstleistungen erfolgreich mit neuester Technik verbunden werden.

Ministerpräsident Mappus unterstrich, dass die Preisträger wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziales Engagement in den Mittelpunkt ihrer unternehmerischen Konzeptionen stellen. Die Preisträger zeigten auf vorbildliche Weise, wie man Innovation und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verknüpfen könne. Ihre herausragenden Leistungen machten auch deutlich, dass der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg „eine glänzende Zukunft“ habe.

Den ersten Platz beim Landespreis für junge Unternehmen belegt Profimetall aus Hirrlingen. Das Unternehmer-Paar Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth führt das Unternehmen seit 1999 in der zweiten Generation. Seither hat Profilmetall eine rasante Entwicklung genommen. Übernommen hatten die beiden Unternehmer einen abhängigen Lohnprofilierer, der hauptsächlich für den Bau arbeitete. In wenigen Jahren bauten sie den Betrieb zum gefragten Engineering-Partner und anspruchsvollen Systemlieferanten unterschiedlicher Branchen auf. Von Anfang an war es Ziel des Unternehmer-Paars ihr Leistungsspektrum weiter zu ergänzen. Daher ist beiden die enge Zusammenarbeit mit der Forschung und Hochschulen wichtig. So bringt Profilmetall seine Erfahrungen zum Beispiel im Konsortium eines EU-geförderten Projekts ein.

Mit einem Sonderpreis für eine herausragende und vorbildliche Übernahme wurde die Bäckerei & Konditorei Jochen Baier, Herrenberg geehrt. Seit 175 Jahren gibt es im Zentrum Herrenbergs die Bäckerei Baier. Dabei sah es um 2000 erst einmal so aus, als werde die Konkurrenz der großen Bäckereiketten zu groß. Der Betrieb lebte von seiner Substanz. Ein Defekt des Backofens erforderte eine Investition, die nur mit viel Einsatz und Risiko bewältigt werden konnte. Schon seit 1999 war Jochen Baier in der Geschäftsleitung, 2003 hat er dann die Bäckerei von seinem Vater übernommen. Er wählte dann einen ungewöhnlichen Weg für einen kleinen Handwerksbetrieb. Jochen Baier ließ sich von einem Wirtschaftspsychologen coachen. Denn es ging ihm um zweierlei: Sein Konzept lautete, bewusst die Tradition zu wahren und dennoch entscheidende Neuerungen zur Verbesserung seines Angebots einzuführen. Wie etwa eine computergesteuerte Maschine zum Teigportionieren, die je nach Getreideernte für ein optimales Ergebnis eingestellt werden kann. Dabei wollte er die langjährigen Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen. Deren erste, verständliche Skepsis gegenüber dem jungen Chef mit den neuen Ideen galt es zu überwinden. Und er hat beides geschafft.

Die Gewinner:                                                             

  • 1. Preis: Profilmetall GmbH, Hirrlingen
  • 2. Preis: VRmagic Holding AG, Mannheim
  • 3. Preis: ProKASRO Mechatronik GmbH, Karlsruhe
  • Sonderpreis: Bäckerei & Konditorei Baier, Herrenberg

Die weiteren Top 10 Preisträger:

  • ARCHE-Regenbogen gGmbH, Kusterdingen
  • Exorbyte GmbH, Konstanz
  • Optigrün international AG, Krauchenwies
  • SIMAKA Energie- und Umwelttechnik GmbH, Argenbühl-Göttlishofen
  • Triaz Beteiligungen GmbH, Freiburg
  • Wollknoll GmbH, Oberrot-Neuhausen

(Redaktion)