Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mo, 28.02.2011 10:15

GPRA-Vertrauensindex: Dioxin-Skandal lässt Lebensmittelbranche abstürzen

Knapp zwei Monate nach Bekanntwerden des Dioxin-Skandals liegt das Verbrauchervertrauen der Deutschen in die Lebensmittelindustrie am Boden. Das zeigen die Ergebnisse des GPRA-Vertrauensindex für das 1. Quartal 2011, welcher von der Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. in Kooperation mit TNS-Emnid quartalsweise erhoben wird.


Danach misstrauen 65% der deutschen Verbraucher den Aussagen der hiesigen Lebensmittelindustrie. Waren bei der letzten Erhebung im 4. Quartal 2010 noch 59% der Deutschen der Ansicht, die Lebensmittelbranche gehe vertrauensvoll mit ihnen um, so sind es Anfang 2011 nur noch 39%. Damit ist der einstige Spitzenreiter der ersten Erhebung im Jahr 2009 auf den 6. Rang von acht abgefragten Branchen zurückgefallen.

"Immer neue Lebensmittelskandale und das Dioxin-Desaster Anfang 2011 haben dafür gesorgt, dass die Verbraucher jetzt ihr vorher stabiles Grundvertrauen in die Lebensmittelindustrie verloren haben", ordnet GPRA-Präsidiumsmitglied Uwe A. Kohrs die Ergebnisse ein und ergänzt: "Seit Beginn der Indexerhebung im Jahr 2009 hatte keine Branche einen derartig gravierenden Vertrauensverlust zu verzeichnen." Spitzenreiter im GPRA-Vertrauensindex Q1/2011 sind weiterhin die Automobil- und IT-Branche, beide konnten ihre Top-Positionen im Ranking halten. Die Automobilbauer konnten dabei ihren Vorsprung weiter ausbauen.

Deutliche Verluste verzeichnen die Verkehrs- und Transportunternehmen. "Auf Verschleiß zu fahren", wie Bahnchef Grube anlässlich der anhaltenden Probleme der Deutschen Bahn im Winter erklärte, mag sich finanziell auszahlen - das Verbrauchervertrauen in Kompetenz und Qualität der Verkehrs- und Transportunternehmen jedoch sinkt um rund 10%.

Die Finanzbranche konnte zum ersten Mal seit 2009 die "Rote Laterne" im Ranking abgeben. Neues Schlusslicht sind die Strom-, Gas- und Wasserversorger. Im Kontext der anhaltenden Diskussion um verbraucherunfreundliche und verwirrende Energiepreise misstrauen rund 80% der Deutschen den Aussagen von e.on, RWE, Vattenfall und Co. - besonders deutlich wird das niedrige Vertrauensniveau bei Verbrauchern mit höherem Schul- und Hochschulabschluss: Nur 2% vertrauen sehr stark den Aussagen von Energieunternehmen.

(Redaktion/GPRA)