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Wirtschaft | Di, 28.08.2012 08:55

GPRA-Vertrauensindex: Verbraucher verlieren Vertrauen in die Wirtschaft

Der Vertrauensverlust der deutschen Wirtschaft setzt sich fort - dies zeigt die neueste Erhebung des GPRA-Vertrauensindex. Für die Studie werden quartalsweise in Kooperation mit Emnid Verbraucher zu verschiedenen Branchen befragt. Sieben der acht abgefragten Branchen haben im Vergleich zur Erhebung im 1. Quartal 2012 an Vertrauen verloren.


Negativer Spitzenreiter ist die Gesundheitsbranche, die seit Jahresbeginn rund 8% verliert. Lediglich die IT-Branche hat sich auf einem stabilen Niveau behauptet. Somit haben die Negativmeldungen rund um das Thema Datenschutz die Hard- und Softwarehersteller sowie Telekommunikationsanbieter kaum Vertrauen gekostet. Mit 42.2 Indexpunkten steht die IT-Industrie knapp hinter der Automobilbranche auf Rang 2 des Vertrauensrankings.

Die stabilen Werte der IT-Branche speisen sich auch aus einem hohen Vertrauen in die Telekommunikations- und Kabelnetzanbieter. Unter den Telefon-, Internet- und Multimedia-Anbietern belegt die Deutsche Telekom die Spitzenposition: 73% der Verbraucher schenken dem Magentariesen aus Bonn ihr Vertrauen. Auf Platz 2 folgt Vodafone (60%), dicht gefolgt von der Telefónica-Marke O2 (60%). Als erster Kabelnetzbetreiber sortiert sich Kabel Deutschland auf dem vierten Rang ein (58%). Schlusslichter sind Tele 2 (31%) und eine weitere Telefónica-Marke: Alice (33%).

In einem Markt mit einer großen Anzahl konkurrierender Anbieter gehen 93% der Verbraucher nach dem Preis, wenn es um die Auswahl ihres Anbieters geht. Je komplexer das Produkt - und je fachchinesischer die Beschreibungen - desto höher ist aber auch der Beratungsbedarf. Es ist daher kaum verwunderlich, dass das Kriterium Service (92%) sich im Ranking direkt hinter dem Faktor Preis platziert. Die Internet-Geschwindigkeit (73%) und die Verwendung und Verfügbarkeit neuester Technik (62%) sind hingegen bei der Kaufentscheidung sekundär.

„Obwohl die Industrie ihre Kunden zur Flatrate-Schnäppchenjagd erzogen hat, ist die Serviceerwartung extrem hoch.“ ordnet Uwe A. Kohrs, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur impact und Präsidiumsmitglied der GPRA die Ergebnisse ein: „Die Telekom scheint diesen Spagat zwischen Preis und Service am besten leisten zu können. Aber Service ist teuer und es bleibt abzuwarten, wie lange die Anbieter sich ein hohes Servicelevel leisten können.“

(Redaktion)