Sign In

Welcome, Login to your account.

Unternehmensnachrichten | Di, 08.10.2013 13:10

Großer Mehrwert für das Leben im Alter durch Smart-Home-Technologien

In 100 Haushalten in Baden-Württemberg, in denen über 65-jährige Menschen alleine leben, erfassen Bewegungs- und Kontaktsensoren im Zusammenwirken mit intelligenten Stromzählern und einer Softwareplattform alltägliche Tätigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner, beispielsweise die Regelmäßigkeit des Schlafens. In dieser bisher einmaligen Feldstudie wird seit Mai 2011 mit freiwilligen Testpersonen erforscht, wie sich alters- oder behinderungsbedingte und gesundheitliche Einschränkungen auf die Aktivitäten von Menschen auswirken. Die Studie wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


Aufbauend auf den dabei gewonnenen Informationen entwickelt das FZI Forschungszentrum Informatik neuartige Betreuungskonzepte, die Pflegedienstleistungen und technische Lösungen gestützt auf neueste Smart-Home-Technologien miteinander verbinden. An der Entwicklung sind auch Partner aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, u. a. der DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz, beteiligt.

Durch die Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Alleinlebende mit gesundheitlichen Einschränkungen sich durch Smart-Home-Technologien sicherer fühlen und stärker in das gesellschaftliche Leben eingebunden sind. Angehörige können beruhigter sein, weil sie sich über das Wohlbefinden ihrer älteren Verwandten regelmäßig informieren lassen können. Pflegedienste können aufgrund der Informationen präventiv auf sich abzeichnende Gesundheitsveränderungen reagieren. In kritischen Situationen, angezeigt z. B. durch Inaktivität, alarmieren die intelligenten Technologien umgehend die Pflegedienste und Rettungskräfte.

Das Smart-Home-System beeinträchtigt den Alltag der Betroffenen nicht, da es unaufdringlich in der Wohnung arbeitet. Der Nutzer muss dabei keine speziellen Geräte mit sich tragen, wodurch sich die Probanden bereits nach kurzer Zeit an die Anwesenheit der kleinen Helfer gewöhnt haben. „Ich nehme die Sensoren überhaupt nicht mehr wahr“, bestätigte eine der Testpersonen. Solange keine Kameras in ihrer Wohnung verteilt seien, fühle sie sich mit der neuen Technik wohl und sehr sicher.

20 der 100 Probanden werden nach dem Ende der Feldstudie im Oktober 2013 das in ihren Haushalten installierte Smart-Home-System „easierLife“ behalten. Es zeichnet Sensordaten auf, gleicht Befunde ab und steuert Meldeverfahren. Der DRK Landesverband Badisches Rotes Kreuz und die an der Studie beteiligten DRK Kreisverbände Baden-Baden, Müllheim und Säckingen sehen in den Projektergebnissen eine hervorragende Möglichkeit zur Ergänzung und zusätzlichen Verbesserung ihres bisherigen Hausnotrufsystems durch qualifizierte Informationen. Mit Unterstützung der Wissenschaftler aus dem FZI Living Lab smart-Home/AAL sollen die entwickelten Technologien in Verbindung mit Betreuungsleistungen in den Regeleinsatz gebracht werden.

(Redaktion)