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Unternehmensnachrichten | Mo, 29.06.2009 10:29

Grüne Gentechnik und ihre Folgen

Mit einer emotionalen Schilderung seiner Erlebnisse, löste der Träger des Alternativen Nobelpreis, Percy Schmeiser, bei rund 1.000 interessierten Gästen auf dem Marktplatz des ALB-GOLD Kundenzentrums begeisternden Applaus und gleichzeitig auch großes Erstaunen aus. Die wenigsten Besucher konnten sich vorstellen, mit welch kriminellen Methoden die Chemie und Saatgut-Konzerne gegen Landwirte in Kanada vorgehen, die auf ungewollte Weise, mit gentechnisch manipulierten Pflanzen (GVO) auf ihren Feldern konfrontiert wurden.

Percy Schmeiser (re.) spricht in Trochtelfingen über seinen Kampf gegen grüne Gentechnik (Foto: T. Knabe).

Percy Schmeiser (re.) spricht in Trochtelfingen über seinen Kampf gegen grüne Gentechnik (Foto: T. Knabe).


Packend berichtete Percy Schmeiser, wie er und seine Frau Louise in einem über 10 Jahre dauernden Prozess gegen den weltgrößten Saatgut-Konzern für ihre Rechte als freie Bauern und Bürger gekämpft haben. Der Gast aus Nordamerika wies darauf hin, dass die Fehler, welche in Kanada mit der Zulassung von gentechnisch manipulierten Pflanzen für das Freiland gemacht wurden, ein Warnsignal für alle sein sollten, die noch die Wahlmöglichkeit hätten. So appellierte er am Ende seiner Rede: „Vor mehr als 10 Jahren hatten wir in Kanada niemanden, der uns aufzeigte, welche gravierenden Folgen die Gentechnik für uns Landwirte in Kanada haben wird. Niemand darf Patente auf Leben besitzen. Durch die GVO’s wurde die Biolandwirtschaft in manchen Bereichen in Kanada unmöglich gemacht. Auch die Folgen durch die Aufnahme über die Nahrungskette sind noch nicht abschätzbar. Es gibt keinen Grund, diese künstlich veränderten Pflanzen nach Deutschland zu lassen – macht nicht dieselben Fehler wie wir sie in Kanada bereits gemacht haben.“

Bereits ab 17 Uhr wurde bei ALB‐GOLD ein buntes Programm geboten. So wurde der Dokumentarfilm „David gegen Monsanto“ über Percy Schmeiser noch vor seiner Kino‐Weltpremiere am kommenden Montag in Berlin gezeigt. Beim Gang durch die Ausstellung „Gentechnikfreie Landwirtschaft“ konnten sich die Besucher über ursprünglichen und natürlichen Landbau informieren. Ab 18 Uhr spielte die Gruppe Blueskraft erdigen Blues, der hervorragend in die Szenerie auf die Alb passte. Abgerundet wurde der Abend von den Damen des Stuttgarter Kabarett‐Duos I’dipfele, die nach Trochtelfingen gekommen waren, um sich „ihr Spätzle-Schätzle“ zu angeln.

ALB-GOLD engagiert sich schon seit Jahren für Lebensmittel ohne Gentechnik und lobt seine Teigwaren entsprechend auch aus. Für das nachhaltig wirtschaftende Unternehmen steht die Wahlfreiheit der Verbraucher, der Landwirte und natürlich auch der Lebensmittelproduzenten im Vordergrund. „Jedem sollte die Möglichkeit gegeben werden, selbst entscheiden zu können, was er möchte“, erklärt Firmenchef Klaus Freidler. Deshalb setzt sich ALB-GOLD für eine Landwirtschaft und Lebensmittel ohne Gentechnik ein. Die gesamte Veranstaltung war als Non-Profit-Event angelegt, und der Erlös aus Speisen und Getränken geht komplett in die Percy Schmeiser Stiftung.

2. Trochtelfinger Tafelrunde – Situationsanalyse der Experten
Im Vorfeld der öffentlichen Veranstaltung auf dem Marktplatz, trafen sich bereits am Mittag auf Einladung von Firmenchef Klaus Freidler Experten und namhafte Unternehmen aus der Lebensmittelbranche zu einer Tafelrunde. Hier wurden ausführlich über die Möglichkeiten der „ohne Gentechnik“ Kennzeichnung für Lebensmittel diskutiert. Wie kann diese durchgesetzt werden, und vor allem, wie kann eine verständliche Verbraucherinformation gemacht werden waren ebenfalls Themen auf der Agenda. Der Geschäftsführer von Bioland Deutschland, Thomas Dosch, wies auf die Kosten hin, welche die Gentechnikindustrie bei Unternehmen verursacht, die ohne Gentechnik produzieren wollen. Hier greift nicht das Verursacherprinzip, was für die Unternehmen ein untragbarer Zustand sei.

Einigkeit zeigten Bio-Bauern und konventionelle Landwirte. Für die Vertreter dieser Gruppen steht fest, dass alle landwirtschaftlichen Erzeuger bei diesem Thema im selben Boot sitzen. Auch die Landwirte müssen die Wahlfreiheit haben, welches Saatgut sie einsetzen möchten. Für die Biobauern ist das Ausbringen von GVO-Pflanzen gar eine Bedrohung ihrer Existenzgrundlage. Eine Koexistenz kann es nachweislich nach der Meinung aller Teilnehmer nicht geben. Zwar seien durch das Verbot des Gentechnik-Mais Mon810 derzeit im Freiland keine gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen, ein großes Verunreinigungspotential steckt jedoch in Bereich des Transports, der Lagerung und natürlich der Verarbeitung. Hier gilt es anzusetzen um eine schleichende Verunreinigung des Saatgutes zu verhindern.

Es sei zudem ein Wandel in der Strategie der Gentechnikkonzerne zu beobachten, den Dosch als „Werteverschärfung“ bezeichnete. Nach Aussage der Gentechnik-Unternehmen gehe es darum, aufgrund des Bevölkerungswachstums die Welternährung zu sichern. Mit der Wirklichkeit hätte dies allerdings wenig zu tun, erklärte der Bioland-Chef. Diese Angstbilder ließen sich recht einfach entlarven. Er forderte zum Abschluss des runden Tisches dazu auf, dass jeder sich seines eigenen Verstandes bedienen sollte und Expertenwissen mit eigenen Erfahrungen verknüpft werden sollte. Dann wird am Ende die richtige Schlussfolgerung für jeden einzelnen möglich sein.

(Quelle: Redaktion/ Alb-Gold)