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Wirtschaft | Fr, 08.04.2011 08:03

Handwerk in Baden-Württemberg: Geschäftslage bleibt positiv

Das baden-württembergische Handwerk befindet sich weiter auf Erfolgskurs. Die Betriebe sind nicht nur mit ihren aktuellen Geschäften zufrieden, sondern sie blicken auch ausgesprochen optimistisch in die Zukunft. Ganz sorgenfrei sind sie allerdings nicht: Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie trüben die gute Stimmung.

Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle und der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages Oskar Vogel freuen sich über die positive Entwicklung. (Foto: BWHT)

Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle und der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages Oskar Vogel freuen sich über die positive Entwicklung. (Foto: BWHT)


Rund die Hälfte der Handwerker meldete im abgelaufenen Quartal gute Geschäfte, nur etwa jeder zehnte war unzufrieden. Vor einem Jahr dagegen war ein Drittel zufrieden, ein Viertel zeigte sich unzufrieden. Das ergab die Konjunkturumfrage des Baden-württembergischen Handwerkstages (BWHT), bei der vierteljährlich 1.200 Betriebe befragt werden.

Besonders positiv gestimmt waren die gewerblichen Zulieferer, wo drei von fünf Betriebsinhabern mit ihrer Lage zufrieden waren. Ähnlich positiv äußerten sich 58 Prozent der Betriebe des Bauhauptgewerbes. Ein nicht so starker Winter und Aufträge für Erweiterungsbauten gewerblicher Kunden gaben hier den Ausschlag. Aber auch das Kraftfahrzeuggewerbe hat mit rund 44 Prozent zufriedener Unternehmer den Einbruch zu Beginn des Jahres 2010 längst hinter sich gelassen. Etwas zurück lag lediglich das Dienstleistungshandwerk (Friseure, Schuhmacher), wo nur rund jeder dritte Handwerker zufrieden war. Da der private Konsum in der Krise nicht eingebrochen ist, entfielen hier auch die Aufholeffekte der industrienahen Handwerke. Rund zwei Drittel der Betriebsinhaber gehen mit guten Aussichten ins Frühjahr. Schon im ersten Quartal des Jahres waren sieben von hundert Betrieben voll ausgelastet (Vorjahr 2,8%). Nur rund fünf Prozent der Betriebe erwarten im Frühjahr ein Auftragsminus.

Knapp 75 Prozent der Betriebe klagte bereits im ersten Quartal über steigende Kosten für Rohstoffe und Energie. Die Chancen auf eine Weitergabe dieser Kosten an den Kunden sind gering. "Das ist für viele Betriebe problematisch, denn sie müssen das in der Krise aufgezehrte Eigenkapital wieder aufbauen und gleichzeitig Investitionen finanzieren", sagte BWHT-Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel. Auch über den Fachkräftemangel sind die Handwerker besorgt: Schließlich wollen 15 Prozent der befragten Zulieferbetriebe Personal einstellen.

(Redaktion)