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Wirtschaft | Do, 10.10.2013 08:22

Handwerker im Südwesten positiv gestimmt

Die Handwerkskonjunktur zeigt sich weiter sehr robust und die Handwerker sind ausgesprochen optimistisch gestimmt. Das ergab die Herbstumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) unter rund 1.500 Betrieben im Land. Bauhaupt- und Ausbaugewerbe konnten ihre Spitzenstellung nochmals ausbauen.


Der BWHT-Konjunkturindikator lag bei 54,5 Punkten und damit etwas über dem Vorjahresstand von 53,7 Punkten. Knapp 61 Prozent der Betriebsinhaber waren mit ihrer wirtschaftlichen Situation besonders zufrieden gegenüber 58 Prozent im Vorjahr.

Insbesondere die Bauhaupt- und Ausbaubetriebe haben ihre Spitzenstellung weiter ausgebaut. Waren im dritten Quartal 2012 noch jeweils knapp 70 Prozent zufrieden, so waren es nun sogar 76 beziehungsweise 72 Prozent. Ein gutes Auftragspolster aus den Vormonaten und weiter steigende Auftragseingänge vor allem im Bereich der energetischen Sanierung und beim Wohnungsneubau nannte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle als Gründe für dieses Plus.

Das Kraftfahrzeuggewerbe hat im Jahresvergleich dank eines guten Gebrauchtwagengeschäftes deutlich aufgeholt. Etwas ins Hintertreffen geriet das Handwerk für den gewerblichen Bedarf. Dort waren zwar rund 53 Prozent der Betriebsinhaber zufrieden, aber eben auch jeder achte unzufrieden. Vor allem die Feinwerkmechaniker sind als Zulieferer einem hohen Preisdruck ausgesetzt.

Mehr als ein Drittel aller befragten Betriebe (35 Prozent) konnte seine Umsätze steigern. Noch ein Jahr zuvor konnten das nur 28 Prozent von sich sagen. Auch die Auftragslage im Handwerk hat sich weiter verbessert. Gut jeder vierte Betrieb konnte im dritten Quartal ein Auftragsplus verzeichnen (Vorjahresquartal 23 Prozent).

Der Auftragsbestand in den Bauhandwerken ist nochmals um jeweils rund eine Woche gestiegen. Im Ausbaugewerbe liegt er damit bei rund zehn Wochen. Die Betriebsauslastung war konstant hoch. Wie schon im Vorjahresquartal haben rund zwölf Prozent der Betriebsinhaber ihre Kapazitäten zu mehr als 100 Prozent ausgenutzt. Knapp zwei Drittel der Betriebe gehen guten Mutes in das Jahresendquartal.

Mit Sorge beobachtet der Handwerkstag jedoch die aktuelle Diskussion um mögliche Steuererhöhungen. Möhrle: „Diese Debatte gefährdet Investition und Innovation, stattdessen sollten endlich die vielen Steuerschlupflöcher abgebaut werden.“

Die 132.000 Handwerksbetriebe im Land erwirtschaften einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro. Sie beschäftigen 735.000 Mitarbeiter und bilden 51.000 junge Menschen aus.

(Redaktion)