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Wirtschaft | Fr, 04.07.2014 11:14

Handwerker in guter Stimmung

Die Frühjahrsbelebung ist in Baden-Württemberg ausgeblieben, was aber den Handwerkern keineswegs die gute Laune verdorben hat. Das ergab die Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) für das zweite Quartal. 63 Prozent der 1.500 befragten Betriebe waren mit ihren Geschäften im zweiten Quartal zufrieden. Nur sieben Prozent bewerteten das vergangene Quartal als schlecht. Das waren fast exakt die exzellenten Werte des ersten Quartals. Auch für die Zukunft geht der Verband von Stabilität auf hohem Niveau aus.


„Das Ergebnis überrascht nicht“, sagte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle, „schließlich hat es witterungsbedingte Unterbrechungen im ersten Quartal kaum gegeben.“ Gegenüber dem Vorjahresquartal waren die Handwerksbetriebe quer durch alle Branchen jedoch zufriedener. Damals gaben nur 56 Prozent der Betriebe an, dass sie ein gutes zweites Quartal hinter sich hatten. Vor allem kleinere Betriebe mit fünf bis neun Mitarbeitern konnten ihre Lage spürbar verbessern: Die gesteigerte Nachfrage bei den industriellen Kunden der Handwerker für den gewerblichen Bedarf sorgte für einen Stimmungsaufschwung. Nach nur 44 Prozent im Vorjahresquartal waren nun 60 Prozent dieser Handwerker mit dem zweiten Quartal zufrieden. Knapp zwei Drittel aller befragten Handwerker gehen zuversichtlich in das Sommerquartal. Damit waren die Unternehmer etwas optimistischer als noch vor einem Jahr (60 Prozent).

Der BWHT geht für die Zukunft von Stabilität auf hohem Niveau aus: Rund 64 Prozent der Betriebe erwarten gleichbleibende Auftragseingänge und 60 Prozent stabile Umsätze. Schon im vergangenen zweiten Quartal gingen gegenüber dem Vorjahresquartal (VJQ) die Meldungen von Umsatzsteigerungen von 42 auf 38 Prozent zurück. Aber auch die Klagen über Umsatzrückgänge wurden weniger (12 Prozent, VJQ: 16 Prozent). Dagegen meldete die Hälfte der Betriebe einen stabilen Umsatz. Gut 60 Prozent der Betriebe hat im vergangenen Jahr in Gebäude oder Ausrüstung investiert.

Möhrle zeigte sich zufrieden „Dem Handwerk geht es im Prinzip auf breiter Front gut.“ Wären da nicht die Sorgen um Personal und Auszubildende: im dritten Quartal wollen 13 Prozent der Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe und dem Kfz-Gewerbe Personal einstellen. Auch bei den gewerblichen Zulieferern und im Gesundheitshandwerk sind Fachkräfte gesucht.

Die 133.000 Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg erwirtschaften einen Umsatz von 82 Milliarden Euro. Sie beschäftigen 735.000 Mitarbeiter und bilden 50.000 junge Menschen aus.

(Redaktion)