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Wirtschaft | Fr, 20.07.2012 10:01

Handwerkskonjunktur in der Region Stuttgart gedämpft

Die Wirtschaftslage im Handwerk der Region hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Für die kommenden Monate sind die Unternehmer verhalten optimistisch. Allerdings wollen sie vermehrt Personal einstellen. Das zeigt die Quartalsumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart.


Der Konjunkturverlauf im regionalen Handwerk hat sich abgeflacht. Spitzenwerte wie im vergangenen Jahr sind nicht mehr zu erwarten. Sowohl Aufträge als auch Umsätze beurteilen die befragten Betriebe verhaltener als im Vorjahresquartal. Insgesamt sind die Inhaber jedoch zuversichtlich, dass sich die Geschäftslage in den nächsten Monaten positiv entwickeln wird: Davon sind sechzig Prozent überzeugt. Nur knapp jeder zehnte Handwerker rechnet mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung. Besonders positiv ist das Geschäftsklima im Rems-Murr-Kreis.

„Natürlich sorgen sich auch unsere Handwerksbetriebe um die Schuldenkrise in Europa“, räumt der Hauptgeschäftsführer der Kammer Claus Munkwitz ein. Es gebe ein hohes Maß an Unsicherheit, wie sich die angespannte Situation auf die deutsche Wirtschaft auswirken könnte. „Spekulationen über einen möglichen Konjunktureinbruch möchte ich aus Sicht des Handwerks aber nicht befeuern.“ Die Handwerkskonjunktur sei nach wie vor auf einem sehr zufrieden stellenden Niveau angekommen, und die Branche schaue optimistisch nach vorne.

Erfreulich ist die hohe Betriebsauslastung. Über die Hälfte der Betriebe ist zu über achtzig Prozent ausgelastet, jeder Zehnte arbeitet sogar oberhalb der Kapazitätsgrenze. Nur vierzehn Prozent verfügen noch über nennenswerte Kapazitätsreserven. Die gute Auslastung und das niedrige Zinsniveau ermutigen die Inhaber, in Maschinen und Werkzeuge zu investieren. Über sechzig Prozent haben in den vergangenen Monaten Investitionen getätigt. Über die Hälfte der Befragten kalkulieren für die Zukunft Investitionen ein. Diese müssen aber finanziert werden. Munkwitz verweist dabei auf die Bedeutung von Basel III für kleine und mittlere Unternehmen. „Wir haben die Vorstellungen des Handwerks in die Verhandlungen um die konkrete Ausgestaltung von Basel III einbringen können. Dennoch besteht nach wie vor die Gefahr, dass infolge Basel III die Finanzierung durch Bankkredite schwieriger und teurer wird.“ Bundesregierung und Europaparlamentarier fordert er auf, für die Interessen des Mittelstands zu kämpfen. An die Handwerksunternehmer appelliert er, das Eigenkapital zu stärken und unterschiedliche Finanzierungsinstrumente einzusetzen.

Der Personalbereich hat sich im zweiten Quartal 2012 nicht mehr so dynamisch entwickelt wie im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Neueinstellungen überwiegen deutlich, und auch in den kommenden Monaten werden die Betriebe wieder mehr Personal suchen. Die Lage auf dem Personalmarkt ist allerdings angespannt. In bestimmten Berufen ist der Markt leergefegt, viele Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt. Besonders betroffen sind beispielsweise die Berufe des gewerblichen Bedarfs oder des Ausbaubereichs.

(Redaktion)