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KMU & Freiberufler | Fr, 08.10.2010 09:58

Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit sind Muskel-Skelett-Erkrankungen - Handlungshilfen für die Praxis erschienen

Immer noch sind Muskel-Skelett-Erkrankungen der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit. Rund ein Viertel der Ausfalltage von Arbeitnehmern geht darauf zurück - Grund genug also für das Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen, in diesem Feld weiter vorbeugend tätig zu sein. Nach drei Jahren Projektlaufzeit sind jetzt im Rahmen des Modellprogramms drei Handlungshilfen erschienen, die sich mit der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen beschäftigen.


Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleiteten Projekte haben unterschiedliche Präventionsansätze entwickelt und in Betrieben erprobt. Im Mittelpunkt standen Branchen mit schweren körperlichen Tätigkeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden ganz konkret in den Broschüren als Anleitung für andere Unternehmen bereit gestellt. Beigefügte CDs enthalten Hintergrundmaterial und praktische Instrumente zur Umsetzung.

Das Projekt KoBRA - Kooperationsprogramm zu normativem Management von Belastungen und Risiken bei körperlicher Arbeit des Instituts für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt untersuchte, wie eine vorausschauende Produktentwicklung und Arbeitsgestaltung in Produktion und Logistik gefördert und in vorhandenen Prozessen stärker berücksichtigt werden kann. Realisiert wurden die Maßnahmen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Die Handlungshilfe enthält praktische Instrumente und macht Vorschläge, wie ergonomische Aspekte schon in einem frühen Entwicklungsstadium von Produktionsanlagen berücksichtigt werden können.

Im Projekt PAKT - Programm Arbeit Rücken Gesundheit entwickelten die uve GmbH für Managementberatung, die Bergische Universität Wuppertal (BUW) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ein ganzheitliches Präventionskonzept. In zwölf Unternehmen der Entsorgungsbranche wurden unterschiedlichste Maßnahmen von der Einführung eines Arbeitsschutzmanagements über arbeitsorganisatorische Maßnahmen bis hin zur Schulung und Sensibilisierung von Führungskräften realisiert. In der Handlungshilfe wird die Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen ergänzt durch Hinweise zur Übertragung im eigenen Betrieb.

Das vom Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) durchgeführte Projekt naprima - Nachhaltige Präventionskonzepte zur Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen in dezentralen Strukturen befasste sich mit der Primärprävention für Beschäftigte in dezentralen Strukturen am Beispiel Einzelhandel. Die Handlungshilfe zeigt auf, wie belastungskritische Arbeitssituationen vor Ort gemeinsam mit den Beschäftigten verbessert werden können. Die Ausbildung von Multiplikatoren und die strukturellen Einbindung von Maßnahmen in die Organisation stellen eine dezentrale Versorgung dauerhaft sicher.

Die Handlungshilfen können im pdf-Format (0,5 bis 2 MB) auf www.baua.de/modellprogramm unter der Rubrik "Schwerpunktthemen" heruntergeladen werden.

(Redaktion)