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Wirtschaft | Mi, 04.05.2011 09:59

Heilbronn-Franken: Regionale Wirtschaft weiter im Aufschwung

Die regionalen Unternehmen schätzen den aktuellen Geschäftsverlauf erneut besser als im vergangenen Quartal ein. 52 Prozent (Vorquartal: 48 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen bezeichnen die aktuelle Lage als gut, während wie im Vorquartal nur 6 Prozent der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen übertrifft damit sogar leicht den bisherigen Höchststand vom 4. Quartal 2006. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken.


Der kräftige Aufschwung wird sowohl von der Auslandsnachfrage als auch von der Binnenkonjunktur getragen. Vor allem in den Schwellenländern ist die konjunkturelle Dynamik gegenwärtig wieder hoch. Aber auch in den USA und einigen Ländern im Euro-Raum hat das Wachstum zuletzt spürbar angezogen. Risiken für die weitere Konjunkturentwicklung bestehen in einer weiteren deutlichen Verteuerung von Rohstoffen und einer Zuspitzung der europäischen Schulden- und Vertrauenskrise. Verunsichernd wirken zudem die Natur- und Nuklear-Katastrophe in Japan sowie die politischen Umbrüche im arabischen Raum.

Die heimischen Unternehmen wollen ihre Beschäftigung so stark ausweiten wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Wie im Vorquartal planen 30 Prozent der Betriebe eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl. Lediglich 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Unternehmen sehen für die nächsten zwölf Monate einen Personalabbau vor.

Trotz gestiegener konjunktureller Risiken schätzen die regionalen Betriebe den Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten wieder deutlich zuversichtlicher als im Vorquartal ein. 44 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen gehen von einer günstigen Geschäftsentwicklung aus, 5 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Betriebe blicken skeptisch in die Zukunft.

Nachdem die industriestarke und exportorientierte Region Heilbronn-Franken überdurchschnittlich stark von der Krise betroffen war, erweist sich nun die Industrie einmal mehr als tragende Säule der Wirtschaft. Die Industrie berichtet über eine noch bessere Geschäftslage als im Vorquartal. 60 Prozent (Vorquartal 54 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, 5 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Unternehmen sprechen hingegen von einem schlechten Geschäftsverlauf. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt in der Industrie bei 84 Prozent (Vorquartal 85 Prozent). Die Umsatzentwicklung in den nächsten zwölf Monaten wird noch optimistischer als im Vorquartal beurteilt. 59 Prozent der Betriebe kalkulieren mit einem Umsatzwachstum.

In der regionalen Bauwirtschaft hat sich die Lagebeurteilung gegenüber dem Vorquartal noch etwas verbessert. Während 38 Prozent der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage für gut halten, bezeichnen lediglich 5 Prozent der Betriebe den Geschäftsverlauf als schlecht. Bei guten Witterungsbedingungen haben sich die Auftragseingänge insgesamt erheblich positiver als im 4. Quartal 2010 entwickelt. Die Bauunternehmen berichten nun wieder überwiegend über steigende Auftragseingänge.

Im Bereich des Großhandels hat sich das Stimmungsbild noch weiter verbessert. Während 55 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Großhändler von einem guten Geschäftsverlauf sprechen, bezeichnen 11 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen die aktuelle Lage als schlecht. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Beurteilung des Kaufverhaltens per saldo etwas verschlechtert. 36 Prozent der Betriebe halten das Kaufverhalten der Kunden für kauffreudig, 14 Prozent stufen es als zurückhaltend ein. 52 Prozent der Unternehmen blicken optimistisch auf die zukünftige Entwicklung, 5 Prozent schätzen den weiteren Geschäftsverlauf dagegen pessimistisch ein. 29 Prozent der Großhändler planen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl.

Gegenüber dem 4. Quartal 2010 fällt die Lagebeurteilung im regionalen Einzelhandel nicht mehr ganz so optimistisch aus. 32 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Einzelhändler bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Lage unzufrieden sind. Vor allem die gestiegenen Preise für Energie und Benzin haben die Stimmung der Verbraucher belastet. Die Beurteilung des Kaufverhaltens der Kunden hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. 15 Prozent der Betriebe bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig. 53 Prozent der Unternehmen stufen es als saisonüblich angemessen ein und 32 Prozent der Einzelhändler sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. 46 Prozent der Betriebe rechnen dennoch mit einem Umsatzwachstum.

Auch bei den Dienstleistern ist bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Optimismus gegenüber dem Vorquartal gestiegen. 42 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) der Unternehmen halten die aktuelle Lage für gut, während 5 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Bei einer per saldo nahezu unverändert positiven Beurteilung der Umsatzentwicklung verbuchten 42 Prozent der Dienstleister einen Zuwachs beim Auftragsvolumen. Kein Betrieb berichtet über ein rückläufiges Auftragsvolumen. Auch die Einschätzung der Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten fällt noch deutlich zuversichtlicher als im Vorquartal aus. 35 Prozent der Dienstleister erwarten einen günstigen Verlauf, nur 2 Prozent der Betriebe blicken mit Skepsis in die Zukunft.

(Redaktion)