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Marketing & Personal | Fr, 15.03.2013 12:29

Historische Unternehmensfilme vor dem Verfall bewahren

Von: Birgit Mann

Eine im Film festgehaltene und damit wahrhaft „bewegte Unternehmensgeschichte“ braucht nicht dem Verfall preisgegeben werden. In eindrucksvollen Projekten hat zum Beispiel die protel Film & Medien GmbH, Ulm historische Filmdokumente digitalisiert und für die Zukunft gesichert.

Historische Unternehmensfilme sind auch heute noch vielfältig einsetzbar. (Foto: protel)

Historische Unternehmensfilme sind auch heute noch vielfältig einsetzbar. (Foto: protel)


Längst vergessen geglaubte Filme der Ulmer Unternehmen Kässbohrer (SETRA-Omnibusse), Kässbohrer Pistenbully, Anschütz (Jagd- und Sportwaffen) oder IVECO Magirus (LKW und Brandschutzfahrzeuge) wurden in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen, gesichtet, aufbereitet und dann in optimaler Qualität digital transferiert. Entstanden ist eine Doppel-DVD mit dem Titel „Technik aus Ulm in historischen Filmen“. Ein einzigartiges Zeitdokument, das tiefe Einblicke gewährt in die Unternehmens- und Produktentwicklung dieser Ulmer Firmen sowie in deren Marketingaktivitäten.

Ermöglicht wurde die Aufarbeitung der alten Filmmaterialien, die teilweise noch aus den 1920er Jahren stammen, mittels einer aufwendigen Technik. Der Ulmer Spezialist für HD-Wirtschaftsfilme und historische Filmmaterialien verfügt über die Möglichkeit, alle alten Filmformate abzuspielen und zu digitalisieren. Auch alte Videoformate können, zumindest in Standard-Qualität, digital auf moderne HD-Systeme transferiert und so weitergenutzt werden.

Dabei geht das Unternehmen ganz pragmatisch vor, wie Günter Merkle, Inhaber der protel GmbH, berichtet. „Zunächst unterstützen wir beim Aufspüren der geeigneten Filmdokumente. So unterhielt Magirus beispielsweise seit 1929 einen eigenen Filmdienst mit hochwertig produzierten Filmen. Bei der Recherche kamen 35 mm Filmkopien an den Tag - zum Teil sogar als leicht entzündliche Nitro-Filme. Ein vergessener SETRA-Film von Kässbohrer (heute Evobus) wurde erst kurz vor dem Abriss eines Gebäudes auf dem Dachboden gefunden. Er ist irgendwann in den 70er Jahren aus dem Kopierwerk zurückgekommen, nachdem dort die 20-jährige Lagerzeit abgelaufen war. Das sind dann echte Glücksfälle“.

Liegen die Filmdokumente vor, dann wird ihre Qualität auf einem professionellen, traditionellen Filmschneidetisch überprüft. Anschließend wird ein Konzept entwickelt, um das verfügbare historische Material optimal zu digitalisieren und zu einem nutzbaren Filmdokument auf einem geeigneten Medium wie DVD oder Blu-Ray-Disc zusammenzuführen. Auch die langfristige Archivierung der Daten auf Festplatten oder als Streaming Daten in virtuellen Speichern wird vorbereitet.

Auf diese Weise sind die Filme wieder vielseitig einsetzbar und die Wurzeln einer Unternehmensgeschichte bleiben erhalten. Welchen Nutzen der Erhalt historischer Filmmaterialien bedeutet, das erfahren Sie in Teil 3 (22. März) unserer Serie. 

Zur Autorin: Dipl.-Wirt.-Ing. Birgit Mann arbeitet für die protel Film & Medien GmbH mit Sitz in Ulm. Weitere Informationen sind unter www.protel-film.de abrufbar.