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Wirtschaft | Mo, 18.07.2011 14:44

Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung in Europa

Erstmals nach der Finanz- und Wirtschaftskrise verbessert sich in vielen Ländern der europäischen Union die Stimmung der Verbraucher wieder. Allerdings lässt die Diskussionen um die Rettung Griechenlands nach wie vor viel Raum für Verunsicherung. Dies ist eines der Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa. Dieses gibt einen Überblick über die Entwicklung von Konjunktur-, Preis- und Einkommenserwartung sowie der Anschaffungsneigung der Konsumenten in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik gibt. Diese elf Länder umfassen rund 80 Prozent der Bevölkerung der 27 EU-Staaten.


Die Talsohle der Rezession in Europa scheint überwunden. Die Wirtschaft in den meisten europäischen Ländern beginnt, sich von der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg zu erholen. In vielen Ländern zeigen die Wirtschaftsdaten nach dem ersten Quartal erstmals wieder leicht nach oben. Doch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind noch lange nicht überwunden. Viele Verbraucher sind nach wie vor verunsichert. Sie sind noch nicht überzeugt, dass der Aufschwung in ihrem Land nachhaltig und dauerhaft ist. Und natürlich gibt es auch Länder, die mit der Finanzkrise und ihren Auswirkungen immer noch schwer zu kämpfen haben – allen voran Griechenland. Die Unsicherheit, wie es dort, aber auch in Irland und Portugal weitergehen wird, beeinflusst das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes.

Das zweite große Thema der Europäer ist die Inflation. Bulgarien beispielsweise erwartet zum Jahresende zwischen 5 und 6 Prozent allgemeine Preissteigerung. Vor allem die Teuerung bei den Grundnahrungsmitteln und Benzin machen den europäischen Verbrauchern zu schaffen.

Konjunkturerwartung: Regierungskrise verunsichert tschechische Verbraucher

In fast allen betrachteten Ländern scheint der Tiefpunkt der Rezession durchschritten zu sein. Die Konjunkturerwartung ist im zweiten Quartal generell gestiegen oder hat sich zumindest auf dem Niveau von März konsolidiert. Viele Verbraucher schöpfen Hoffnung, dass ihr Land die Krise mittelfristig hinter sich lassen kann. Ausnahmen sind lediglich Österreich, wo der Indikator seit Jahresbeginn einen Dämpfer erhält, sowie die Tschechische Republik. Wachstumslokomotive in Europa ist nach wie vor Deutschland. Hier steht der Indikator aktuell bei 50,3 Punkten.

Besonders stark gestiegen ist der Indikator in Spanien, Großbritannien, Frankreich und Polen. Rumänien verzeichnet seit genau einem Jahr einen steilen Aufwärtstrend. Im Juni 2010 lag der Wert bei -71 Punkten und hat sich seitdem kontinuierlich auf aktuell -26,2 Punkte verbessert.

Die Preiserwartungen der Verbraucher haben in vielen der betrachteten Länder ihren Höhepunkt überschritten und sind im zweiten Quartal gesunken. Den niedrigsten Wert erreicht mit -18,4 Punkten derzeit Italien. Auch wenn der Indikator mit 32 Punkten in Frankreich noch sehr hoch ist, hat sich die Situation dort doch deutlich entspannt. Noch im April lag der Indikator bei über 49 Punkten. Auch in Österreich verzeichnet die Preiserwartung mit 30,6 Punkten ein hohes Niveau. Gestiegen ist der Indikator in Großbritannien, der Tschechischen Republik und Griechenland.

(Redaktion)