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| Fr, 29.04.2011 08:32

HS Esslingen plant Solartestfeld in Göppingen

Die Hochschule Esslingen plant an ihrem Standort Göppingen ein Solartestfeld zu Forschungszwecken. Dabei wird sie von zahlreichen Industriepartnern unterstützt.

Die Firmenvertreter und Mitglieder der Hochschule Esslingen, Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik in Göppingen. (Foto. C. Fetzer)

Die Firmenvertreter und Mitglieder der Hochschule Esslingen, Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik in Göppingen. (Foto. C. Fetzer)


Schon seit Jahren beschäftigt sich die Hochschule Esslingen an ihrer Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik mit erneuerbaren Energien. Solaranlagen, Windkraft und Elektromobilität seien wichtige Schwerpunkte, die längst Thema in der Lehre aber auch in der Forschung am Göppinger Standort seien. Gemeinsam mit mehreren Industriepartnern aus der Region plant die Hochschule auf ihrem Gelände in der Robert-Bosch-Straße in der Südstadt ein rund 150 Quadratmeter großes Solartestfeld, das vor allem zu Forschungszwecken eingesetzt wird.

„Wir wollen damit die praxisorientierte und wissenschaftliche Greentech-Ausbildung in Göppingen weiter stärken“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rainer Würslin, der Dekan der Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik. So könnten viele Inhalte insbesondere im Studiengang Elektrotechnik noch gezielter und näher vermittelt werden, als bisher. Das Feld besteht aus mehreren Teilen, unter anderem auch ein Carport, unter dem zum Beispiel E-Bikes Platz finden – hier soll auch eine Stromtankstelle entstehen.

„Wir setzen hier auf die Kooperation mit den Unternehmen“, sagt Rainer Würslin. Ein solches Projekt könne nur realisiert werden, wenn aus der Industrie entsprechende finanzielle Unterstützung zugesagt wird. Bei einer Kickoff-Veranstaltung an der Hochschule, die durch den Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Mechatronik, Volker Schiek, organisiert wurde, hat der Dekan unlängst den Unternehmensvertretern das Konzept präsentiert. „Wir haben sehr positive Resonanz bekommen“, berichtet Würslin. Die Firmen, das sei kein Geheimnis, könnten wiederum selbst die Anlage zu Testzwecken nutzen und in Kooperation mit der Hochschule und dem Institut für Angewandte Forschung – ebenfalls in Göppingen – entsprechende Projekte gestalten. Themen seien hier unter anderem: Der Vergleich unterschiedlicher Solarmodule, die Zwischenspeicherung elektrischer Energie, eine Wirkungsgradoptimierte Nachführung der Solarmodule, Test und Optimierung der Anlage für Netz- bzw. Inselbetrieb sowie der Leistungselektronik und auch eine wissenschaftlich gestützte Konzeptionierung des Leistungsmanagements einer solchen Anlage. Zudem können die Unternehmen in zahlreichen Projekten auch Nachwuchs für ihre eigenen Betriebe rekrutieren, erklärt Würslin.

„Unsere wichtigste Aufgabe ist und bleibt die Lehre –um der Industrie qualifizierte Absolventen zu verschaffen, die mit ihrem Know-how und einer gewissen Erfahrung bereits passgenau in Projekte eingebunden werden können“, erklärt Würslin. Darum sollen durch ein solches Solartestfeld diese Möglichkeiten noch besser geschaffen werden, denn den erneuerbaren Energien gehöre die Zukunft. Gleichzeitig berichtet Rainer Würslin gerne, welche Projekte die Hochschule – meist gemeinsam mit der Industrie - angepackt hat: Eine Konzeption der Energiespeicherung mit Redox-Flow-Zelle, ein „Aufwindkraftwerk“, der Aufbau eines Kleinwindkraftwerks mit professioneller Steuerung, einer Studie zu PV-Carports und die GPS-gesteuerte Nachführung von Solarmodulen – unter anderem. Denn die Möglichkeiten mit einem eigenen Testfeld seien noch viel größer und eine effizientere Auswertung von Daten dadurch möglich. Nun müssen die Projektpartner noch formell ihre Teilnahme zusagen – dann kann der Bau beginnen.

(Redaktion)