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Wirtschaft | Mo, 12.07.2010 10:03

HWK Reutlingen: Ausbildungssituation stabil

Die Handwerkskammer Reutlingen zieht eine optimistische Zwischenbilanz des Ausbildungsjahres: Im ersten Halbjahr 2010 hat sich die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge im Vergleich zum Vorjahr stabilisiert. Zum 30. Juni 2010 waren 967 neue Lehrverträge eingetragen, ein Minus von nur einem Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.


Den Spitzenplatz nimmt die Berufsgruppe Bau und Ausbau mit einem Plus von 36 neuen Lehrstellen ein; die Steigerung gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 beträgt 18,4 Prozent. Ein Fünftel aller Ausbildungsplätze im Kammerbezirk Reutlingen entfallen auf diese Berufsgruppe.

Leichte Zuwächse verzeichnen auch die Gruppen Gesundheit (+ 4,5 Prozent)  und Glas, Papier und Keramik (+ 5 Prozent), die sich aber auf einem wesentlich niedrigeren Ausgangsniveau befinden. In allen anderen Gruppen sind leichte Rückgänge zu verzeichnen; in der Gruppe der sonstigen Gewerbe (zu der beispielsweise Speiseeishersteller, Bestatter und Kosmetiker gehören) fällt der Rückgang um 13 Lehrstellen deutlicher aus (- 56,5 Prozent). Trotz eines Rückgangs um 2,5 Prozent bleiben die Elektro- und Metallberufe mit 312 neuen Verträgen der größte Ausbildungsbereich im Handwerk der Region.

Zu der insgesamt positiven Entwicklung im ersten Halbjahr 2010 tragen sicherlich auch die positiveren Konjunkturerwartungen bei. Die Ausbildungsbildungsbereitschaft des Handwerks ist jedenfalls nach wie vor ungebrochen. Darüber hinaus wurden bis zum 30. Juni 2010 von 101 (Vorjahr: 93) neu geworbenen Handwerksunternehmen im Rahmen des Ausbildungspaktes 112 (Vorjahr: 99) Ausbildungsplätze bereitgestellt.

In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Reutlingen sind zurzeit rund 640 freie Ausbildungsplätze bei 273 Betrieben eingetragen, davon 242 freie Ausbildungsplätze, die noch im laufenden Jahr zu besetzen sind. Jugendliche, die sich erst einmal einen Eindruck von der Praxis machen wollen, sind in der Praktikumsbörse richtig. Dort sind 323 Praktikantenplätze von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zimmerer zu vergeben. Eine Investition, die sich für Bewerber wie für die Betriebe auszahlt.

Für Handwerksbetriebe ist es in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, die Ausbildungsplätze mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen. Häufig verfügten die Schulabgänger nicht über die notwendigen Grundlagen in Deutsch und Mathematik, so die Erfahrungen der Ausbilder. Eine Zukunftsfrage, denn die Bedeutung der Ausbildung für das Handwerk hat angesichts des in manchen Berufen bereits eingetretenen Fachkräftemangels nochmals zugenommen.

(Redaktion/HWK RT)