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Wirtschaft | Di, 17.05.2011 09:59

IHK Freizeitbarometer 2011: Schwarzwald und Schwäbische Alb im Plus

Im vergangenen Jahr waren Kurzurlaub und Ausflüge im eigenen Land gefragt und die Erwartungen sind positiv. Die Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg konnten im Jahr 2010 zwei Prozent mehr Besucher begrüßen als in der Vorsaison. Dies ergab die Umfrage der Südwest-Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Rahmen des jährlich erhobenen IHK-Freizeitbarometers. „Insgesamt besuchten fast 40 Millionen Menschen die Schlösser, Museen, Bäder oder Parks im Land“, zeigte sich Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK), zufrieden.

Auch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb profitiert vom Trend zum Kurzurlaub im eigenen Land. (Foto: Tabea Knabe)

Auch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb profitiert vom Trend zum Kurzurlaub im eigenen Land. (Foto: Tabea Knabe)


Bereits zum elften Mal geben die zwölf Industrie- und Handelskammern im Land das IHK-Freizeitbarometer heraus, das aktuelle Trends, Daten und Fakten der Tourismus- und Freizeitbranche zusammenfasst. Herzstück der Publikation ist das Ergebnis einer Befragung von über 500 Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg.

War im Jahr 2009 der „Bodensee“ noch der große Gewinner, so verzeichnete diese Ferienregion 2010 ein Besucherminus von vier Prozent. Besonders in den Monaten Mai, Juni und August war dieser Rückgang am „See“ zu spüren. Demgegenüber waren, bedingt durch die guten Wintersportbedingungen, die Mittelgebirge im Plus. Hierbei stellten die Freizeiteinrichtungen in der international bekanntesten Ferienregion Schwarzwald insgesamt ein Drittel des landesweiten Besucheraufkommens und erreichten mit einem Besucheransturm im Februar, November und Dezember einen Zuwachs von 2,6 Prozent. Neben den Skiliften und Loipen waren dort vor allem auch Veranstaltungen sowie Burgen und Schlösser gefragt. Die Schwäbische Alb profitierte ebenso vom Trend zum Urlaub im eigenen Land und hatte 1,7 Prozent mehr Besucher als 2009. Landesweit verliefen vor allem die Monate Juli, August und September sehr positiv. „Dabei war der Juli in allen Ferienregionen der stärkste Monat - beste Wetterbedingungen nach Ende der Fußball-Weltmeisterschaft und der Beginn der Schul-Sommerferien in den meisten Bundesländern sorgten für ein hohes Besucheraufkommen bei den Ferienregionen im Land“, erläutert Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der für den Bereich Tourismus im BWIHK federführenden IHK Nordschwarzwald. Auch die Städte in der Rhein-Neckar Region sowie Heilbronn und Ulm konnten mehr Besucher als im Vorjahr verzeichnen.

Besonders gefragt waren 2010 wetterunabhängige Attraktionen und Erlebnisse, wie Museen, die - in den vergangenen Jahren häufig im Minus –, einen Besucherzuwachs von 6,8 Prozent vermelden konnten. Bereits zum zweiten Mail in Folge waren Thermen (+6,7 %), Theater (+10,4 %) sowie Schlösser und Burgen (+8,6 %) unter den Gewinnern des Jahres. Auch Events und Feste lockten überdurchschnittlich viele Besucher an (+ 17,38 %). Die Top-Gewinner 2010 waren Stadtführungen mit einem Plus von 33 Prozent, sowie der Wintersport (+12,1 %). Die meisten Outdoor-Aktivitäten hatten, auch bedingt durch das wechselhafte Wetter sowie das Großereignis „Fußball WM“, durchweg mit Besucherrückgängen zu kämpfen. Dazu zählten Freilichtspiele (-6,8 %), Zoos und Parks (durchschnittlich -5,6 %), Freilichtmuseen (-3,3 %) oder Musik- und Sport-Events. Besonders betroffen waren die Naturattraktionen, wie Höhlen, Bergwerke und Naturerlebnisangebote, zu denen etwa acht Prozent weniger Besucher kamen.

„Der Blick in die Zukunft verdeutlicht: Die Stimmung in der Tourismus- und Freizeitbranche hellt sich immer mehr auf“, so BWIHK-Präsident Dr. Kulitz „Insgesamt blicken die befragten Freizeitunternehmen positiver als in den vergangenen Jahren in die Zukunft. Fast 33 Prozent glauben für 2011 an eine bessere Geschäftslage, lediglich fünf Prozent sind pessimistisch - im Vorjahr lag dieser Wert mit über zehn Prozent noch doppelt so hoch!“ Besonders optimistisch zeigten sich die Attraktionen am Bodensee für die diesjährige Sommersaison: 61 Prozent glauben an eine bessere Entwicklung. Auch rund ein Drittel der Betriebe in der Region Stuttgart und auf der Schwäbischen Alb sind überzeugt, in diesem Jahr vor einer positiveren Saison zu stehen. Lediglich die Schwarzwälder sind skeptisch: Hier erwarten nur 26 Prozent eine bessere Geschäftsentwicklung. Dies stellt ein zumindest gleichbleibendes Niveau dar. Preiserhöhungen werden in 2011 bei fast einem Viertel der Freizeiteinrichtungen realisiert. Vor allem Bäder, Veranstaltungen und Kultureinrichtungen planen Preiserhöhungen und geben gestiegene Energiekosten als Grund an.

Abgerundet wird das IHK-Freizeitbarometer 2011 mit Berichten über besonders innovative Unternehmen, Trendreports und Informationen für jene Branchen, in denen auch Experten aus der Tourismuswirtschaft zu Wort kommen. So gibt es in dieser Ausgabe Interviews mit Michael Kreft von Byern vom Europapark Rust, der größten Attraktion Baden-Württembergs, sowie mit Anja Schneider, Leiterin der Alpirsbacher Brauwelt, zum aktuellen Thema Fachkräftesicherung. Der Gastkommentar mit dem Titel „Auf der Suche nach Arkadien" stammt aus der Feder von Marketingexperte Professor Alexander Doderer.

Das IHK-Freizeitbarometer steht unter www.bw.ihk.de als PDF zum Download bereit.

(Redaktion)