Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mo, 07.02.2011 11:06

IHK-Frühjahrsumfrage: Stabiler Aufschwung im Südwesten

Der Wirtschaftsaufschwung in Baden-Württemberg ist in vollem Gange. Befürchtungen, die Erholung nach der globalen Finanzkrise könne ein langwieriger Prozess werden, haben sich für die Südwestwirtschaft nicht bestätigt. Knapp die Hälfte der Unternehmen bewertet die aktuelle Lage als gut, das sind fast zehn Prozent mehr als noch im Herbst vergangenen Jahres.


„Durch ihre Spezialisierung auf innovative, hochwertige Produkte und Dienstleistungen, konnten baden-württembergische Unternehmen besonders von der weltweiten Konjunkturerholung profitieren.“, erläutert Dr. Herbert Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, welche die Federführung Volkswirtschaft der zwölf IHKs in Baden-Württemberg inne hat. Auch der Blick in die Zukunft ist optimistischer geworden. 43 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten aus, nur sieben Prozent erwarten eine Verschlechterung. Im Herbst 2010 lag die Zahl der Skeptiker noch bei über neun Prozent. Dies ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg, an der sich mehr als 4.000 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen im Land beteiligt haben

Der Aufschwung stützt sich im Wesentlichen auf drei Säulen: Neben der anhaltend kräftigen Auslandsnachfrage und einer leichten Steigerung der Inlandsinvestitionen kann seit Jahresanfang auch der private Konsum als stabilisierender Faktor hinzugerechnet werden.

Die hiesigen Export-Unternehmen konnten es während der Krise großteils vermeiden, ihre Fachkräfte zu entlassen. Nun profitieren sie durch ihre ausgeprägte internationale Wettbewerbsfähigkeit überdurchschnittlich von der Wiederbelebung des Welthandels. Durch die Produktionssteigerung für den Export ziehen vor allem bei den Industrie-Unternehmen und beim produktionsnahen Großhandel auch die Inlandsinvestitionen an. Optimistische Zukunftserwartungen und eine positive Arbeitsmarktentwicklung vermindern die jahrelange Kaufzurückhaltung der Verbraucher und machen den privaten Konsum zum dritten Standbein des konjunkturellen Aufschwungs.

28 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg wollen neues Personal einstellen, das sind drei Prozent mehr als im Herbst 2010. Weniger als zehn Prozent planen hingegen Personalabbau (Herbst 2010: 13 Prozent). Mit dem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit des Fachkräftemangels im Land. 32 Prozent der Unternehmen sehen darin ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Als größten Hemmschuh für ihre wirtschaftliche Entwicklung betrachtet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen allerdings die steigenden Energie- und Rohstoffpreise.

Am meisten profitiert die Industrie vom Aufschwung. Fast die Hälfte der Industrie-Unternehmen erwartet eine Verbesserung der Geschäftslage und steigende Exporterlöse in den nächsten zwölf Monaten, 31 Prozent planen eine Aufstockung ihres Personals. Besonders gut ist die Stimmung im Auto- und Maschinenbau. Auch die Dienstleistungsbranche bewertet die Lage überwiegend positiv. Drohende Konjunkturrisiken sind branchenspezifisch: Während die Verkehrsbranche die steigenden Energiekosten fürchtet, steht der Beratungsbranche ein Fachkräftemangel ins Haus. Der Handel profitiert von der merklich gestiegenen Kauffreude der Konsumenten, allerdings bereitet die Preisentwicklung bei Rohstoffen und Energie vor allem den Großhändlern Sorgen. Wachsende Impulse erwarten sie vom Auslandsgeschäft. Die Beschäftigungspläne sind im Handel mit nur 22 Prozent einstellungswilligen Unternehmen schlechter als in anderen Branchen. Am besten bewertet wird die aktuelle wirtschaftliche Lage vom Hotel- und Gaststättengewerbe. 54 Prozent der Betriebe bezeichnen die Lage als gut und profitieren, trotz weiterhin mangelnder Kundenausgaben, von der gestiegenen Zimmerauslastung. Nur gut sechs Prozent hält Personalabbau für notwendig. Einzig die Baubranche leidet unter fallenden Auftragseingängen nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete. Nur 26 Prozent der Bau-Unternehmen betrachten die Lage als gut, im Herbst 2010 waren es noch 34 Prozent.

(Redaktion/BWIHK)