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Wirtschaft | Di, 27.09.2011 08:56

IHK Rhein-Neckar legt Studie zur Existenzgründung in der Region vor

Gerade jüngere Menschen in der Region trauen sich die unternehmerische Selbständigkeit zu. Dies zeigt die Studie „Die typische Existenzgründung“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar. Aktuell ist ein Drittel der Gründer unter 35 Jahre alt. Der Trend in Baden-Württemberg und im Bund hin zu immer älteren Gründern ist für den IHK-Bezirk damit nicht festzustellen.


Gleichzeitig ist der Anteil von Gründungen durch Frauen auch in der Region in den letzten Jahren stetig angestiegen und hat mit knapp 45 Prozent ein hohes Niveau erreicht. Auch der Anteil von Existenzgründungen von ausländischen Mitbürgern im IHK-Bezirk wuchs in den letzten Jahren und beträgt aktuell 15 Prozent. Viele der selbständigen Migranten versuchen sich auf vermeintlich einfachem Terrain in Gastronomie und Handel. „Die geringeren Eintrittshürden, aber auch die gute Vernetzung innerhalb der Nachbarschaft und im Freundeskreis erleichtern dabei oftmals den Start“, so Axel Nitschke, Hauptgeschäftsführer der IHK Rhein-Neckar.

„Wir merken zusätzlich, dass seit einigen Jahren die Gründungsqualifikationen besser werden und die Gründer sich auf ihren Sprung in die Selbstständigkeit immer fundierter vorbereiten“, erläutert Nitschke weiter. Zwar sei für eine Existenzgründung ein Uni-Abschluss nicht zwingend, doch stelle die IHK immer wieder fest, dass gute Qualifikationen und berufliche Erfahrungen die Chance für eine erfolgreiche Existenzgründung und das Bestehen am Markt erhöhen. Das früher vorherrschende Motiv ‚Ausweg aus der Arbeitslosigkeit’ steht dabei nicht mehr im Vordergrund, vielmehr zählt für die Existenzgründer die eigene Selbstverwirklichung. 2010 fanden 33 Prozent der Existenzgründungen im IHK-Bezirk im Nebenerwerb statt. Dieser Anteil könnte in den nächsten Jahren noch ansteigen, denn viele Gründer haben erkannt, dass es Sinn macht, ihre Geschäftsidee erst einmal mit einem vergleichsweise niedrigen Risiko zu testen. „Das zweite Standbein Existenzgründung als interessante Hinzuverdienstmöglichkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung“, ist sich Nitschke sicher.

2010 verzeichnete die IHK Rhein-Neckar über 11.000 Neugründungen. Dieser Zahl stehen zwar rund 10.000 Gewerbeabmeldungen gegenüber, der Wachstumssaldo für die Region ist trotzdem seit Jahren mit rund 1.000 Unternehmen pro Jahr positiv: „Wir werten den Anstieg bei den Gewerbeanmeldungen als Zeichen für eine dynamische Gründungsregion und eine positive Grundeinstellung der Menschen in unserer Region zur Selbstständigkeit, die wir mit unseren Dienstleistungen bei der Existenzgründung tatkräftig unterstützen. Deshalb haben wir in diesem Jahr zu unseren traditionellen Angeboten neue Beratungsleistungen zur Nebenerwerbsgründung eingeführt,“ so Nitschke abschließend.

(Redaktion)