Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Di, 17.02.2009 10:40

IHK-Studie: Unternehmen fehlt Geld für die Forschung - Neue Ansätze zur Mittelstandfinanzierung notwendig

Die meisten Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen, haben Probleme bei deren Finanzierung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an der sich mehr als 200 kleine und mittelständische Betriebe beteiligt haben.


Unter anderem klagen die Unternehmen darüber, dass Kreditinstitute zu hohe Sicherheiten forderten und immaterielle Vermögenswerte wie Patente, Marken, Gebrauchs- und Geschmacksmuster nicht genügend als Sicherheiten akzeptierten. Zudem hätten Banken ein zu geringes Interesse an der Vermittlung öffentlicher Förderdarlehen. Die IHK fordert nun, innovative Unternehmen gezielter zu fördern.

„Wenn ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben will, neue Produkte entwickeln muss, dann braucht es oft Fremdkapital, dessen Rendite nicht immer planbar ist“, so Dr. Herbert Müller, Präsident der IHK Region Stuttgart. Da es aber Monate oder Jahre dauern könne, bis sich die Investitionen auszahlten, scheuten Kreditgeber häufig dieses Risiko, so Müller weiter. „Die Unternehmen müssen deshalb ihre Innovationen hauptsächlich aus den knappen Eigenmitteln finanzieren, was die Innovationsanstrengungen oft limitiert. Unternehmen brauchen aber Innovationen, um am Markt bestehen zu können. Mit unserer Studie wollen wir neue Wege aufzeigen, um die bisweilen gegensätzlichen Interessen von Unternehmen und Geldgebern unter einen Hut zu bringen.“

Unter anderem regen die Gutachter an, die Vergabe kleinerer zinsgünstiger Förderdarlehen zu erleichtern. Da sich diese für die vermittelnde Bank erst ab einem bestimmten Volumen lohne, müssten die Margen aufgestockt oder eine Prämie gezahlt werden. Kleinere Forschungs- und Entwicklungs-Darlehen könnten laut IHK auch direkt über die staatlichen Förderbanken vergeben werden.

Weiterhin empfiehlt die IHK-Studie, Ausfallgarantien auf private Kapitalgeber auszuweiten. Zum einen seien Familienmitglieder, Freunde und Geschäftspartner gerade für junge Unternehmen wichtige Geldgeber, zum anderen erleichtere eine auf diese Weise gestärkte Eigenkapitalbasis den Unternehmen die Entscheidung, kostspielige Innovationsprojekte anzugehen.

Die Fraunhofer-Experten befürworten, bei kleineren FuE-Darlehen eine direkte Antragsstellung bei den staatlichen Förderbanken ohne Einschaltung der Hausbank zu ermöglichen, da diese aufgrund der Risiken und der geringen Margen durch den Kreditsektor oft nicht begleitet werden.

Darüber hinaus befürworten die Gutachter, dass Unternehmen Zugang zu einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank bekommen, bevor sie Gespräche mit der Hausbank aufnehmen. Das verbessere die Verhandlungsposition. Andere Bundesländer gingen diesen Weg bereits.

Die IHK fordert die Politik auf, die Vorschläge aufzunehmen und gemeinsam mit der Finanzwirtschaft und dem Mittelstand zu diskutieren und pragmatisch umzusetzen.

Die Studie „Mittelstandsfinanzierung: Auf neuen Wegen aus der Krise“, Februar 2009, finden Sie unter nachstehendem Link zum Download (PDF, ca. 400 Kb).

Quelle: IHK Region Stuttgart