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| Mi, 20.05.2009 10:39

In Baden-Württemberg niedrigste Armutsrisikoquote bundesweit

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtliche Haushaltsbefragung in Deutschland, lag im Jahr 2007 in Baden-Württemberg die Armutsrisikoquote bei 10,0 Prozent. Das heißt, jeder zehnte Baden-Württemberger von Armut bedroht.


Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Im Vergleich aller Bundesländer weist Baden-Württemberg somit die niedrigste Armutsrisikoquote auf, gefolgt von Bayern (11,0 Prozent), Hessen (12,0 Prozent) und Schleswig-Holstein (12,5 Prozent). Die höchsten Armutsrisikoquoten sind in Mecklenburg-Vorpommern (24,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (21,5 Prozent) zu beobachten. Bundesweit betrug die Armutsrisikoquote 14,3 Prozent.

In der regionalen Betrachtung lagen die Armutsrisikoquoten im Norden des Landes, in den Regionen Rhein-Neckar (13,0 Prozent) und Heilbronn-Franken (12,1 Prozent) über dem Landesdurchschnitt, während mit 7,4 Prozent in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg die Armutsrisikoquoten landesweit am geringsten waren.

Von den Männern in Baden-Württemberg waren 9,2 Prozent und von den Frauen 10,7 Prozent von Armut bedroht. Nach Altersgruppen betrachtet, wiesen junge Menschen, die unter 18-Jährigen mit 12,0 Prozent und die 18 bis unter 25-jährigen Baden-Württemberger mit 15,0 Prozent die höchsten Armutsrisikoquoten auf. Auch bei den Senioren war mit 10,8 Prozent eine leicht überdurchschnittliche Armutsrisikoquote zu beobachten In allen anderen Altersgruppen lag die Armutsrisikoquote unter dem Landeswert.

Das Armutsrisiko ist eng mit der Arbeitsmarktbeteiligung gekoppelt: So war von den erwerbstätigen Baden-Württembergern nur jeder Zwanzigste (5,1 Prozent) von Armut bedroht, während diese Quote bei den Erwerbslosen um ein vielfaches höher war (40,3 Prozent).

Ein besonders hohes Armutsrisiko wiesen auch die Haushalte alleinerziehender Mütter und Väter auf, bei denen eine Armutsrisikoquote von 32,4 Prozent ermittelt wurde. Eine auffällig hohe Armutsrisikoquote ist mit 18,2 Prozent auch in Single-Haushalten zu beobachten. Demgegenüber liegt die Armutsrisikoquote bei Zwei-Personenhaushalten ohne Kinder lediglich bei 6,9 Prozent.

Deutliche Unterschiede waren auch bei Baden-Württembergern mit und ohne Migrationshintergrund erkennbar: Während die Armutsrisikoquote der Baden-Württemberger ohne Migrationshintergrund bei 7,1 Prozent lag, war die Quote bei Migranten mit 18,4 Prozent mehr als doppelt so hoch.

(Quelle: Stat. Landesamt BW)