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Wirtschaft | Fr, 19.04.2013 07:48

Industrie in Baden-Württemberg verzeichnet Rekordumsatz

2012 musste die baden-württembergische Industrie nach dem dynamischen Wachstum der beiden vorangegangenen Jahre einen konjunkturellen Umschwung hinnehmen. Die Eurokrise und eine abgekühlte Weltwirtschaft bremsten spürbar die industrielle Entwicklung und führten zu einer durchwachsenen Jahresbilanz. Die Aufträge der Industriebetriebe gingen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Rückgang bei den Bestellungen führte dazu, dass auch die Industrieproduktion um 0,8 Prozent abnahm. Allerdings stieg der Umsatz preis- und arbeitstäglich bereinigt um 0,4 Prozent an. Das zeigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes.


Positiv verlief auch die nominale Umsatzentwicklung: Die heimischen Industriebetriebe steigerten 2012 den Rekordumsatz des Vorjahres nochmals um 1,4 Prozent auf einen neuen Höchststand von knapp 309 Milliarden Euro. Im Vergleich der bedeutenden Industriezweige Baden-Württembergs lag dabei die Pharma-Branche mit einem Plus von 8,4 Prozent an der Spitze. Danach folgen  die Kfz-Hersteller und deren Zulieferer mit einem Zuwachs von 6,7 Prozent. Demgegenüber fiel der Anstieg in der beschäftigungsstärksten Industriebranche, dem Maschinenbau, mit 1,6 Prozent verhaltener aus und entsprach in etwa der durchschnittlichen Entwicklung.

Das nominale Umsatzplus der baden-württembergischen Industriebetriebe beruhte auf einem Anstieg der Auslandserlöse. Diese lagen im Jahr 2012 bei 158,3 Milliarden Euro und damit um vier Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das Geschäft mit den Inlandskunden ging hingegen um 1,2 Prozent zurück und erreichte mit 150,7 Milliarden Euro erstmals ein geringeres Volumen als das Auslandsgeschäft. Die Exportquote der Südwestindustrie stieg deutlich an und übertraf mit 51,2 Prozent erstmals die 50-Prozent-Marke.

Der konjunkturelle Umschwung des Jahres 2012 hat auch das Beschäftigtenwachstum der Südwestindustrie gebremst. In der Jahresbilanz ergab sich im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,4 Prozent (Stand: 30. September). Damit waren im Jahr 2012 rund 1.209.200 Personen in der baden-württembergischen Industrie beschäftigt. Nach 2011 gab es zwar zum zweiten Mal in Folge einen Beschäftigtenanstieg. Dieser konnte aber den durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten Personalabbau der Jahre 2009 und 2010 noch nicht wieder ganz kompensieren.

Der Anstieg der Beschäftigtenzahlen führte in Verbindung mit den gestiegenen Tariflöhnen und den getätigten Sonderzahlungen zu einer deutlichen Zunahme bei den gezahlten Entgelten. Diese erreichten 2012 eine Summe von gut 56,6 Milliarden Euro und lagen damit um fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Im Durchschnitt erhielt ein Industriebeschäftigter in Baden-Württemberg ein Entgelt von 46.800 Euro und damit 3,5 Prozent mehr als 2011. Die Entgeltsummen erreichten dabei sowohl absolut als auch in der Pro-Kopf-Betrachtung neue Rekordwerte.

Im Branchenvergleich stiegen die Entgelte je Beschäftigten mit einem Plus von 6,7 Prozent besonders stark in der Pharma-Branche. Überdurchschnittliche Zuwächse verbuchten ferner die (4,6 Prozent) sowie die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (4,3 Prozent). Dagegen lag der Maschinenbau mit 3,4 Prozent knapp unter der durchschnittlichen Entwicklung.

(Redaktion)