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Wirtschaft | Do, 12.07.2012 08:04

Inflationsrate den zweiten Monat in Folge rückläufig

Im Juni 2012 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,7 % höher als im Juni 2011. Der Preisauftrieb hat sich damit weiter abgemildert. Im Mai 2012 hatte die Inflationsrate bei 1,9 % gelegen. Davor wurde zuletzt im Dezember 2010 eine Teuerungsrate unterhalb von 2,0 % mit damals + 1,7 % ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2012 sank der Verbraucherpreisindex im Juni 2012 um 0,1 %. Das berichtet das Statistische Bundesamt.


Die Inflationsrate wurde im Juni 2012 maßgeblich durch die Preisentwicklungen bei Energie und bei Nahrungsmitteln bestimmt: Energie verteuerte sich im Juni 2012 insgesamt um 4,0 % gegenüber Juni 2011. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,6 %. Der Einfluss der Nahrungsmittelpreise auf die Gesamtteuerung hat sich damit im Juni 2012 deutlich verstärkt. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung dieser beiden Gütergruppen, die zusammen knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte umfassen, hätte die Inflationsrate im Juni 2012 bei + 1,1 % gelegen.

Bei Energieprodukten lagen im Juni 2012 sowohl die Preise für Haushaltsenergie (+ 4,9 %; darunter Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 9,9 %; Gas: + 6,5 %; leichtes Heizöl: + 3,1 %) als auch die Preise für Kraftstoffe (+ 2,2 %) weiterhin über dem Vorjahresniveau. Allerdings hat der Preisdruck bei Energie insgesamt allmählich nachgelassen - dies hat wesentlich zu der rückläufigen Inflationsrate beigetragen.

Die überdurchschnittliche Teuerung bei den Nahrungsmitteln erstreckte sich im Juni 2012 über viele Gütergruppen (zum Beispiel Fleisch und Fleischwaren: + 5,8 %; Obst: + 5,3 %; Gemüse: + 4,6 %). Günstiger waren im Vergleich zum Vorjahresmonat dagegen Molkereiprodukte und Eier (- 0,6 %; darunter H-Milch: - 6,7 %; Sahne: - 5,7 %; Eier: - 4,4 %) sowie Speisefette und Speiseöle (- 5,8 %). Bei Letzterem fällt die gegensätzliche Preisentwicklung der einzelnen Güter (Butter: - 21,4 %, aber Margarine: + 15,8 %) besonders auf.

Die Preise für Waren erhöhten sich im Juni 2012 gegenüber Juni 2011 um 2,7 %. Dienstleistungen verteuerten sich im gleichen Zeitraum um + 0,8 %. Die Preisentwicklung bei den darin enthaltenen Nettomieten blieb moderat (+ 1,1 %). Daneben gab es auch deutliche Preiserhöhungen, zum Beispiel bei Flugtickets (+ 12,2 %). Verbraucherfreundlich entwickelten sich dagegen die Preise für die Nachrichtenübermittlung (- 1,4 %). Zusätzlich wurden auch deutliche Preisrückgänge vor allem im Bildungswesen (- 15,8 %) beobachtet. Dies ist insbesondere auf die Abschaffung der Studiengebühren an staatlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zurückzuführen. Die Preise bei den Finanzdienstleistungen waren ebenfalls stark rückläufig (- 18,0 %), bedingt vor allem durch auf den Wegfall von Bearbeitungsgebühren für Privatkredite.

Im Vergleich zum Mai 2012 sank der Verbraucherpreisindex im Juni 2012 um 0,1 %. Dämpfend wirkte vor allem der Preisrückgang bei Mineralölprodukten um 3,2 %. Kraftstoffe waren den zweiten Monat in Folge günstiger (- 2,9 % gegenüber Mai 2012). Die Preise für leichtes Heizöl gaben bereits den vierten Monat in Folge nach (- 4,3 % gegenüber Mai 2012). Aus Verbrauchersicht günstig entwickelten sich auch die Preise für Bekleidung und Schuhe (- 1,5 %). Dagegen gab es im Vergleich zum Vormonat teilweise saisonbedingte Preisanstiege, beispielsweise bei Beherbergungsdienstleistungen (+ 2,4 %) sowie vor allem bei Obst (+ 7,1 %) und einigen Gemüsesorten (zum Beispiel Paprikaschoten: + 15,3 %; Kartoffeln: + 4,8 %). Insgesamt verteuerten sich die Nahrungsmittel um 1,2 % gegenüber dem Vormonat.

(Redaktion)