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Wirtschaft | Mi, 13.06.2012 11:23

Inflationsrate erstmals seit Dezember 2010 wieder unter 2-Prozent-Marke

Im Mai 2012 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,9 % höher als im Mai 2011. Damit blieb die Inflationsrate im Mai 2012 erstmals in diesem Jahr unter 2,0 %. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im Dezember 2010 mit + 1,7 % ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat April 2012 sank der Verbraucherpreisindex im Mai 2012 um 0,2 %. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.


Im Mai 2012 wurde die Inflationsrate erneut deutlich durch die Preisentwicklung bei Energie bestimmt (+ 4,9 % gegenüber Mai 2011). So lagen im Mai 2012 weiterhin sowohl die Preise für Haushaltsenergie (+ 5,8 %; darunter Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 10,0 %; leichtes Heizöl: + 9,1 %; Gas: + 6,5 %) als auch für Kraftstoffe (+ 3,4 %) über dem Vorjahresniveau. Der Einfluss der Energie auf die Gesamtteuerung hat sich jedoch im Mai 2012 etwas abgeschwächt. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2012 bei + 1,5 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Mai 2012 um 2,4 % gegenüber Mai 2011. Teurer binnen Jahresfrist wurden vor allem Fleisch und Fleischwaren (+ 5,7 %; darunter Fleischwurst: + 6,9 %; Schweinebraten: + 5,5 %). Auch für Süßwaren (+ 4,7 %; darunter Zucker: + 22,5 %), Brot und Getreideerzeugnisse (+ 4,7 %; darunter Mehl: + 30,1 %; Brötchen: + 6,6 %) sowie für Fisch und Fischwaren (+ 4,3 %) mussten die Konsumenten deutlich mehr zahlen. Günstiger war im Vergleich zum Vorjahresmonat dagegen Gemüse (- 3,1 %; darunter Kartoffeln: - 17,3 %). Die Preise für Speisefette und Speiseöle sanken insgesamt um 3,8 %. Auffällig war aber die gegensätzliche Preisentwicklung der einzelnen Güter (Butter: - 18,1 %, aber Margarine: + 17,2 %).

Die Preise für Waren erhöhten sich im Vergleich zum Mai 2011 überdurchschnittlich um 2,7 %. Am stärksten stiegen die Preise für Verbrauchsgüter mit + 3,4 %. Neben Energieprodukten und Nahrungsmitteln verteuerten sich hier auch alkoholfreie Getränke (+ 3,1 %; darunter Kaffee: + 3,7 %) und Tabakwaren (+ 5,1 %), letztere auch in Folge der Tabaksteuererhöhungen zum Mai 2011 und zum Januar 2012. Die Preise für Gebrauchsgüter mit mittlerer Lebensdauer lagen um 1,9 % über dem Vorjahresniveau (zum Beispiel Bekleidungsartikel: + 2,8 %). Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter blieben im gleichen Zeitraum fast unverändert (+ 0,2 %). Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist mit + 1,2 % unterdurchschnittlich. Die Preisentwicklung bei den darin enthaltenen Nettomieten blieb weiterhin moderat (+ 1,1 %). Daneben gab es aber auch deutliche Preiserhöhungen (zum Beispiel Flugtickets: + 9,9 %; Pauschalreisen: + 9,0 %). Verbraucherfreundlich blieb die Preisentwicklung bei der Nachrichtenübermittlung (- 1,5 %). Im Mai 2012 wurden auch deutliche Preisrückgänge im Bildungswesen (- 15,8 %) und bei den Finanzdienstleistungen (- 16,3 %) beobachtet. Letzteres ist vor allem auf den zunehmenden Wegfall von Bearbeitungsgebühren für Privatkredite zurückzuführen.

Im Vergleich zum April 2012 sank der Verbraucherpreisindex im Mai 2012 um 0,2 %, in erster Linie in Folge des Preisrückganges bei Energie (- 1,5 %) und hier insbesondere bei den Mineralölprodukten (- 3,2 %): Erstmals im Jahr 2012 verbilligten sich die Kraftstoffe gegenüber dem Vormonat (- 3,3 %), die Preise für leichtes Heizöl waren den dritten Monat in Folge günstiger (- 2,8 % gegenüber April 2012). Auch saisonbedingt gab es Preisrückgänge, beispielsweise bei Pauschalreisen (- 2,7 %), Flugreisen (- 1,9 %) und Gemüse (- 1,6 %; darunter Kopf- und Eisbergsalat: - 24,3 %; Tomaten: - 11,0 %). Allerdings wurden im Mai 2012 auch Preisanstiege gegenüber April 2012 beobachtet. So erhöhten sich beispielsweise die Preise für Obst (+ 2,6 %; darunter Orangen: + 8,5 %; Weintrauben: + 2,4 %; Äpfel: + 1,9 %).

(Redaktion)