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Wirtschaft | Do, 28.10.2010 10:47

Infotag Bauausbildung: Baden-württembergische Bauverbände blicken auf zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück

Seit zehn Jahren führen die baden-württembergischen Bauverbände erfolgreich den Infotag Bauausbildung durch. Insgesamt weit über 70.000 Besucher sind vom Jahr 2001 bis heute zu den landesweiten Informationsveranstaltungen über die Ausbildung und die Karrierechancen in den Bauberufen gekommen.

Im Ausbildungszentrum Mannheim nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich in den Lehrwerkstätten über mehr als 20 Bauberufe kundig zu machen. (Foto: Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V.)

Im Ausbildungszentrum Mannheim nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich in den Lehrwerkstätten über mehr als 20 Bauberufe kundig zu machen. (Foto: Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V.)


Auch in diesem Jahr folgten in Baden-Württemberg wieder rund 8.000 Interessenten – vor allem Schüler und Lehrer aus Haupt-, Werkreal- und Realschulen - der Einladung zum Infotag in 18 überbetrieblichen Ausbildungszentren. Im Ausbildungszentrum Mannheim waren es ca. 300 Besucher, welche am 26. und 27. Oktober 2010 die Gelegenheit nutzten, sich in den Lehrwerkstätten über das Tätigkeitsspektrum in den mehr als 20 Bauberufen, über Inhalte und Ablauf der Ausbildung, Verdienstmöglichkeiten sowie Weiterbildungs- und Aufstiegschancen kundig zu machen. Im Rahmen von Führungen durch die Werkhallen konnten die Schüler zudem anhand kleiner praktischer Aufgaben ihr handwerkliches Geschick testen.

„Eine Ausbildung in einem Bauberuf bietet engagierten jungen Menschen vielfältige und interessante Perspektiven – dies wollen wir am Infotag deutlich machen“, betonte Bruno Schwegler, Leiter des Ausbildungszentrums. Dies wurde auch vom Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bauwirtschaft Nordbaden, Thomas Möller, sowie dem ebenfalls anwesendem Jugendstadtrat von Mannheim, Nikolas Löbel (CDU) ausdrücklich unterstrichen.

Anlässlich des Veranstaltungsjubiläums fanden im Rahmen des diesjährigen Informationstages in allen beteiligten Ausbildungszentren Infotag-Meisterschaften statt. So konnten die Schülerinnen und Schüler in Mannheim bei praktischen Wettbewerben ihre Begabungen im „Wettpflastern“ erproben. Die Sieger wurden mit einem Meisterschaftspokal sowie Meister-T-Shirts belohnt.

Hintergrund des Infotages Bauausbildung ist der weiterhin hohe Fachkräftebedarf in der Baubranche. Denn angesichts von vielen Millionen sanierungsbedürftigen Wohneinheiten in Deutschland, eines nach wie vor bestehenden Neubaubedarfs im Wohnungsbau sowie des mangelhaften baulichen Zustandes zahlreicher öffentlicher Gebäude und Straßen hat die Bauwirtschaft auch in den kommenden Jahren viel zu tun. Gefragt sind neben qualifizierten Facharbeitern auch Führungskräfte wie Vorarbeiter, Poliere, Meister und Ingenieure. Daher sind die Aufstiegschancen am Bau für gut ausgebildete Nachwuchskräfte derzeit besonders günstig.

Im Ausbildungsjahr 2009/2010 wurden in Baden-Württemberg insgesamt rund 6.019 Auszubildende in den Bauberufen ausgebildet. Die höchsten Lehrlingszahlen weisen die Berufe Maurer, Zimmerer, Stuckateur, Fliesenleger und Straßenbauer auf. Um eine umfassende Qualifizierung sicherzustellen, findet die zwei- oder dreijährige Ausbildung sowohl im Betrieb als auch in überbetrieblichen Ausbildungszentren und in der Gewerbeschule statt. Sehen lassen kann sich die weit überdurchschnittliche Ausbildungsvergütung: Sie beträgt 614 Euro im ersten, 943 Euro im zweiten und 1.191 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Aufgrund des weiter zunehmenden Einsatzes von Maschinen und moderner Technik haben sich die Anforderungen an die am Bau Tätigen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert: Waren früher insbesondere eine gute körperliche Konstitution und Muskelkraft gefragt, so sind heute umfassendes Fachwissen und technische Kenntnisse unabdingbar. Daher erwarten die meisten Unternehmen von ihren Lehrstellenbewerbern einen guten Hauptschulabschluss. Auch nach Beendigung der Ausbildung ist vor dem Hintergrund des raschen technischen Fortschritts und der sich ändernden Rahmenbedingungen für alle Beschäftigten der Bauwirtschaft eine kontinuierliche Weiterbildung unverzichtbar.

(Redaktion)