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Wirtschaft | Mi, 09.03.2011 10:38

Ingenieurbüros, Berater und IT-Unternehmen immer aktiver im Ausland: Deutschland drittgrößter Exporteur kommerzieller Dienstleistungen

Deutschland ist auch mit kommerziellen Dienstleistungen auf dem Weltmarkt stark. Die Dienstleistungsexporte wachsen schneller noch als die Warenexporte. Die positive Nachricht: Die mittelständischen wissensintensiven Unternehmen haben ihren Export in den Jahren 2003 bis 2007 überdurchschnittlich gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie.


"Dieser Aufwärtstrend wird weiter anhalten", sagte DIW-Experte Alexander Eickelpasch, "denn die Zahl der Unternehmen, die dauerhaft exportieren, wächst". Dabei verzeichneten die bereits ohnehin schon sehr exportstarken Unternehmen die stärksten Zuwächse. Dienstleistungsunternehmen sind oft im Verbund mit Industrieunternehmen im Ausland tätig. Deutsche Dienstleistungsunternehmen profitieren somit in hohem Maße von der Exportstärke der Industrie.

Zu den wissensintensiven Dienstleistern zählen Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen wie Forschung und Entwicklung, Datenverarbeitung, Rechtswesen, Marktforschung, Public-Relations, Werbung, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Labors. Diese Unternehmen, denen die hohe Qualifikation ihrer Beschäftigten gemeinsam ist, sind für das Wachstum einer Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Ihre Umsätze sind in den letzten Jahren weitaus stärker gewachsen als die Umsätze im übrigen Dienstleistungssektor. Im Jahr 2007 haben die wissensintensiven Dienstleister insgesamt Leistungen im Wert von gut 21 Milliarden Euro exportiert, das waren knapp 7 Prozent ihrer Umsätze. Davon entfallen allein 43 Prozent auf Datenverarbeitungsunternehmen und 14 Prozent auf die Architektur- und Ingenieurbüros. Am stärksten exportorientiert sind die Unternehmen der Branche Forschung und Entwicklung.

Bemerkenswert sind die Unterschiede in der Exportdynamik: Während der Export der großen Unternehmen nur um fünf Prozent expandierte, haben kleine Unternehmen ihre Exportumsätze verdoppelt. Auch bei den Exportquoten, also den Anteilen des Exports am Umsatz, haben kleine und mittlere Unternehmen aufgeholt. Trotz dieser Dynamik liegt die Exportquote der kleinen und mittleren Unternehmen insgesamt immer noch weit unter der Exportquote der großen Unternehmen. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass kleine Unternehmen oft nicht die Kapazitäten haben, um auf mehreren Märkten gleichzeitig zu bestehen.

(Redaktion/DIW)