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Wirtschaft | Do, 22.09.2011 11:04

Initiative „VerA“ – Abbruch einer Ausbildung verhindern

Schätzungsweise fast jeder zehnte Auszubildende in der Region Hochrhein-Bodensee bricht im ersten Lehrjahr seine Ausbildung ab. Auch wenn dies weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt, so sind es doch immer noch zu viele Jugendliche, die frustriert und demotiviert vorschnell ihren Ausbildungsplatz aufgeben. Dabei erhöht ein Berufsabschluss die Chancen auf einen guten Job erheblich. Diesen Jugendlichen soll nun „VerA“ helfen. Dahinter verbirgt sich keine „Super-Nanny“, sondern die Initiative „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“.

Jürgen Jani von der IHK aus Villingen, die sich ebenfalls an VerA beteiligen, Petra Böttcher, Regionalkoordinator Alfred Greis und Referent Dr. Walter Fischer vom SES aus Bonn (vl.) beim Seminar in der IHK in Konstanz. (Foto IHK)

Jürgen Jani von der IHK aus Villingen, die sich ebenfalls an VerA beteiligen, Petra Böttcher, Regionalkoordinator Alfred Greis und Referent Dr. Walter Fischer vom SES aus Bonn (vl.) beim Seminar in der IHK in Konstanz. (Foto IHK)


Die Initiative wurde vor zwei Jahren vom Senior Experten Service (SES) zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Kammerverbänden bundesweit gestartet. Nun steht VerA auch im Südwesten zur Verfügung. Die ehrenamtlichen SES-Ausbildungsbegleiter, allesamt lebens- und berufserfahrene Fachkräfte im Ruhestand, stehen den Jugendlichen zur Seite, um sie für ihren Beruf fit zu machen.

Wenn es Schwierigkeiten am Ausbildungsplatz, in der Berufsschule oder im persönlichen Umfeld gibt, wenn die Motivation zu gering, die Prüfungsangst aber zu groß ist, dann brauchen Auszubildende Hilfe. Diese Unterstützung wollen nun ehemalige Fachkräfte des SES als Ausbildungsbegleiter hilfebedürftigen Jugendlichen geben. Bei der IHK In Konstanz trafen sich Anfang September rund 30 Ruheständler aus allen Berufsbranchen, um sich bei einem zweitägigen Seminar für ihre neue Aufgabe fit zu machen. Dabei handelt es sich um ehemalige Lehrer, Entwicklungshelfer, Personalexperten und Handwerker, die helfen wollen, die Motivation der Auszubildenden, ihre soziale Kompetenz und ihr Verständnis für die Fachtheorie zu stärken. Die Ausbildungsbegleiter werden ebenso dafür sorgen, etwaige sprachliche Defizite der Jugendlichen zu verbessern, ihnen bei der Bewältigung alltäglicher Probleme zur Seite zu stehen und sie in Prüfungs- und Krisensituationen zu unterstützen. Dabei arbeiten sie eng mit den Ausbildungsberatern der IHK und der Handwerkskammer zusammen.

Der SES zieht nach zwei Jahren Laufzeit bundesweit eine positive Bilanz der Aktion. Nach eigenen Angaben habe „VerA“ bei zwei Dritteln der Ausbildungsbegleitungen einen positiven Abschluss gefunden. Das Geheimnis des Erfolges liegt im so genannten Tandem-Modell: Ein Ausbildungsbegleiter kümmert sich nur um einen Jugendlichen. Bei der IHK ist man zuversichtlich, dass „VerA“ ein Erfolg wird. „Wir können mit den ehrenamtlichen Ausbildungsbegleitern nun noch individueller auf die einzelnen Jugendlichen eingehen und ihnen konkrete Unterstützung anbieten“, sagt dazu IHK-Ausbildungsberaterin Petra Böttcher.

Weitere Informationen zur Initiative „VerA“ stehen unter www.vera.ses-bonn.de zur Verfügung. Das Angebot ist für Azubis, Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen kostenlos.

(Redaktion)