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Wirtschaft | Di, 24.07.2012 08:24

IT-Mittelstandsindex Juni 2012: Wirtschaftliche Lage bleibt erfreulich

Die wirtschaftliche Lage der mittelständischen Unternehmen ist weiterhin stabil. Gegenüber Mai überwogen im Juni ähnlich viele Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen. Auch die bevorstehende Ferienzeit dämpft die wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden drei Monate nur in geringem Maß. Die Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) stieg im Juni leicht an. Der Index der Ausgabenplanungen für die kommenden drei Monat ging zwar marginal zurück, dennoch zeigt er, dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten deutlich dominieren. Das sind Ergebnisse des IT-Mittelstandsindex von Fujitsu und techconsult. Dazu werden in einer monatlichen Befragung Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen analysiert.

Der IT-Mittelstandsindex für Juni zeigt insgesamt ein positives Bild. (Quelle: Fujitsu/techconsult)

Der IT-Mittelstandsindex für Juni zeigt insgesamt ein positives Bild. (Quelle: Fujitsu/techconsult)


Die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen Unternehmen zeigte sich im Juni erneut stabil. Der Index der realisierten Umsätze hielt gegenüber Mai das Niveau von 117 Zählern. Damit waren die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen weiterhin so stark in der Überzahl wie einen Monat zuvor. Die Ferienzeit dämpft zwar die Euphorie der wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden drei Monate etwas, gegenüber Juni fiel der Index um vier Zähler auf einen Stand von 114 Punkten, somit bilden jedoch weiterhin die Unternehmen und Organisationen mit steigenden Umsatzprognosen eine deutliche Mehrheit.

Im Jahresvergleich übertrifft der Indikator der realisierten Umsätze den Wert des Vorjahres um sechs Punkte. Die Aussichten für die kommenden drei Monate bleiben allerdings deutlich hinter dem Vorjahreslevel zurück. Der Indikator liegt neun Punkte unter dem Wert vom Juni 2011.

Mit Ausnahme des Handels erzielten alle gewerblichen Branchen im Juni ein Umsatzplus. Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung war in erster Linie das Dienstleistungssegment. Industrie und Finanzgewerbe liegen im Marktdurchschnitt. Die Öffentlichen Verwaltungen halten sich mit gestiegenen und rückläufigen Einnahmen die Waage. Im Handel liegt der Index bei nur 94 Punkten, damit waren hier die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen deutlich in der Minderheit.

Der Mittelstand blickt zuversichtlich auf die nächsten drei Monate. Trotz Urlaubszeit wird von allen Wirtschaftszweigen eine positive Umsatzentwicklung erwartet. Überdurchschnittlich optimistisch ist die Stimmung im Finanzgewerbe und in der Industrie. Deutlich zurückhaltender im Optimismus sind Öffentliche Verwaltungen und der Handel, sie liegen mit ihrem Indikator unter dem Durchschnitt.

Die Ausgabenneigung hinsichtlich Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) stieg gegenüber dem Vormonat leicht an. Mit einem Plus von drei Zählern erreichte der Index der realisierten Ausgaben einen Stand von 109 Punkten. Damit überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen annähernd so stark wie im Vormonat. Der Index der Ausgabenplanungen für die kommenden drei Monat ging um vier Punkte zurück und liegt aktuell bei 117 Punkten. Er zeigt, dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten trotz Rückgang weiterhin dominieren.

Die Ausgaben für Hardware fielen zum dritten Mal in Folge. Der Index der realisierten Ausgaben erreichte im Juni nur 104 Punkte, gegenüber Mai gab er drei Zähler nach. Damit waren die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben nicht mehr so stark in der Überzahl wie noch einen Monat zuvor. Die Investitionsplanungen liegen noch immer auf einem sehr hohen Level. Der Indikator liegt mit 117 Punkten einen Punkt unter dem Vormonatswert. Er signalisiert, dass in den Sommermonaten die Unternehmen mit expansiven Investitionsabsichten überwiegen könnten.

Der Software-Markt zog im Juni gegenüber Mai marginal an. Der Indikator für Software Investitionen erhöhte sich um einen Punkt. Mit einem Index von 103 Zählern waren die Unternehmen mit expandierenden Software Ausgaben geringfügig stärker in der Überzahl als noch einen Monat zuvor. Die Investitionsplanungen liegen auf einem deutlich höheren Level, jedoch auch hier mit rückläufiger Tendenz. Der Indikator fiel gegenüber dem Vormonat um drei Punkte auf einen Stand von 110. Die Prognose zeigt, dass auch in den Sommermonaten die Unternehmen mit expansiven Ausgabenplanungen überwiegen könnten.

Im Markt für Kommunikationsprodukte gab es im Juni kaum Bewegung. Der Ausgabenindex schaffte die 100 Punkte nicht ganz. Gegenüber Mai gab er zwei Punkte nach und liegt aktuell bei 99 Punkten. Somit konnten sich die Unternehmen mit expansiven Ausgaben für Kommunikationsprodukte gegenüber denen mit rückläufigen Ausgaben nicht durchsetzen und waren geringfügig in der Minderheit. Der Ausblick auf die kommenden drei Monate verspricht etwas mehr Optimismus, die Investitionsneigung sollte aus Sicht der Mittelständler im nächsten Quartal anziehen. Gegenüber Mai zeigt sich der Planungsindex relativ stabil, er gab lediglich einen Punkt nach und liegt derzeit bei 105 Zählern.

Die Nachfrage nach IT- und TK-Dienstleistungen zog im Juni gegenüber Mai geringfügig an, der Indikator liegt bei 105 Punkten und somit einen Punkt höher als im Monat zuvor. Damit setzten sich die Firmen mit gestiegenen Service-Ausgaben weiterhin gegenüber denen mit rückläufigen Budgets durch. Der Index der Ausgabenplanungen konnte dagegen den Vormonatswert nicht ganz erreichen, es sind weniger Impulse für steigende Ausgaben in den nächsten drei Monaten zu erwarten. Der Index gab zum zweiten Mal in Folge nach, dieses Mal um drei Punkte und liegt aktuell bei 107 Zählern.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen. Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand. Der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

(Redaktion)