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| Mi, 29.07.2009 10:13

Italienische Ingenieure für baden-württembergische Betriebe

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und die Regionalregierung der Toskana haben einen Kooperationsvertrag geschlossen, um den grenzüberschreitenden Wissens- und Fachkräftetransfer im Ingenieurbereich zu fördern. Durch Praktika und befristete Arbeitsverhältnisse sollen Studierende und Fachkräfte aus der norditalienischen Provinz Erfahrungen auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt sammeln und ihr Know-how in hiesigen Unternehmen einbringen.

Bei der Vertragsunterzeichnung in Stuttgart (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dirk Saller, Initiator des Projekts von der DHBW Mannheim; Prof. Paolo Federighi, Universität Florenz; Giani Biagi, Regionalregierung Toskana; Prof. Dr. Hans Wolff, Gründungpräsident der DHBW (Foto: DHBW).

Bei der Vertragsunterzeichnung in Stuttgart (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dirk Saller, Initiator des Projekts von der DHBW Mannheim; Prof. Paolo Federighi, Universität Florenz; Giani Biagi, Regionalregierung Toskana; Prof. Dr. Hans Wolff, Gründungpräsident der DHBW (Foto: DHBW).


Obwohl die angespannte Wirtschaftslage aktuell für einen Rückgang bei der Nachfrage auf dem heimischen Arbeitsmarkt sorgt, bleibt der Bedarf nach gut ausgebildeten Ingenieuren in Baden-Württemberg auf lange Sicht sehr hoch. Diese Situation wird sich durch die demografische Entwicklung in Zukunft weiter zuspitzen.

Einige hundert Kilometer weiter südlich in der norditalienischen Provinz Toskana zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Hier verlassen seit Jahren zahlreiche hochqualifizierte Ingenieure die Universitäten in Siena, Florenz oder Pisa, ohne dass genügend Einsatzmöglichkeiten vor Ort zur Verfügung stehen. Auch für Studierende ist die dortige Situation problematisch: Aufgrund der Vorgaben aus dem Bologna-Prozess müssen sie bereits während des Studiums Praxiserfahrung sammeln und sind deshalb auf Praktikaplätze angewiesen. Diese stehen dort oft nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung.

Um dieser komplementären Angebots- und Nachfragesituation auf lange Sicht entgegenzuwirken, haben sich die Duale Hochschule Baden-Württemberg und die toskanische Regionalregierung zusammengeschlossen und ein Abkommen zur Förderung des grenzüberschreitenden Wissens- und Fachkräftetransfers im Ingenieurbereich unterzeichnet.

"Mit der Kooperationsvereinbarung haben wir ein Maßnahmenpaket geschnürt, um ausgelernte und angehende Ingenieure aus der Toskana mit Unternehmen in Baden-Württemberg in Kontakt zu bringen und den internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet voranzutreiben", erklärte DHBW Gründungspräsident Professor Dr. Hans Wolff bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Stuttgart. Die Kooperation stehe in direkter Verbindung mit den Anforderungen der Wirtschaft und folge damit klar dem Prinzip der Dualität - das Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal des praxisintegrierenden Studienkonzeptes an der DHBW, so Wolff weiter. Professor Dr. Dirk Saller, Initiator des Projekts und Prorektor an der DHBW Mannheim, betonte ebenfalls die Besonderheiten der Zusammenarbeit: "Aufgrund der praxisintegrierenden Lehre und der intensiven Firmenkontakte ist die DHBW für eine derartige Kooperation, die sich unmittelbar an den Bedürfnissen der Unternehmen orientiert, der ideale Partner."

Neben wirtschaftlichen Aspekten spielt auch der interkulturelle Austausch eine wichtige Rolle bei dem Programm. Die italienischen Studierenden und Ingenieure sammeln private und berufliche Erfahrung im Ausland, die Partnerunternehmen holen sich neue, frische Arbeits- und Denkweisen in ihre Betriebe und die Studierenden an der DHBW knüpfen Kontakte zu ausländischen Kommilitonen und erweitern ihr internationales Netzwerk.

Das Projekt startet zunächst an der DHBW Mannheim und umfasst in der ersten Phase einen Praktikantenaustausch zwischen verschiedenen Universitäten in der Toskana und den Partnerunternehmen der Dualen Hochschule. Während die DHBW den Studierenden die Kontakte zu den Firmen vermittelt und sie bei ihrem Aufenthalt in Deutschland betreut, unterstützt die toskanische Regierung mit Informationsangeboten, bietet Sprachkurse an und beteiligt sich an Reise- und Unterkunftskosten. In einer zweiten Phase sollen auch Hochschulabsolventen die Möglichkeit bekommen, in den Partnerunternehmen der DHBW zu hospitieren.

(Quelle: DHBW/idw)