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Wirtschaft | Do, 05.07.2012 08:04

ITK-Investitions-Ranking: Region Tübingen klettert auf Platz 35

Die Region Tübingen belegt im bundesweiten Vergleich der Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) im Jahr 2011 den 35. Rang. Damit verbessert sich die Region um fünf Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Die Mittelständler aus dem Raum Tübingen investierten 2011 durchschnittlich 1.946 Euro pro Arbeitsplatz und damit zehn Euro mehr als der Bundesdurchschnitt (1.936 Euro).

Jährliche IT-Investitionen im deutschen Mittelstand. (Grafik: Sage Software GmbH)

Jährliche IT-Investitionen im deutschen Mittelstand. (Grafik: Sage Software GmbH)


Bundesweiter Spitzenreiter bleibt München. Hier gaben die Unternehmen durchschnittlich 2.674 Euro aus. Top-Aufsteiger ist die Region Freiburg, die sich um 26 Ränge von Platz 68 im Vorjahr auf Platz 42 verbesserte. Schlusslicht bleibt Göttingen. Hier wurde zwar deutlich mehr als 2010 investiert – aber mit 1.781 Euro lagen die Ausgaben pro Arbeitsplatz immer noch weit unter dem Bundesdurchschnitt. Die ITK-Ausgaben der deutschen Mittelständler legten bundesweit gesehen nach einem Einbruch in 2009 das zweite Jahr in Folge um circa zwei Prozent zu. Damit lagen die Investitionen im vergangenen Jahr das erste Mal auf einem höheren Niveau als vor Beginn der Wirtschaftskrise. Zu diesem Ergebnis kommt der repräsentative Investitions-Atlas der Sage Software GmbH, der zum vierten Mal in Folge das Ausgabeverhalten deutscher Mittelständler für 87 Regionen dokumentiert.

 Die deutsche Wirtschaft ist auch im vergangenen Jahr wieder kräftig gewachsen. Laut Statistischem Bundesamt (DeStatis) lag das preisbedingte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 um 3,0 Prozent höher als im Vorjahr. Mit dem anhaltenden Aufschwung ist auch die Zuversicht der mittelständischen Unternehmen zurückgekehrt. Sie investierten 2011 durchschnittlich 1.936 Euro pro Arbeitsplatz und damit zum ersten Mal wieder mehr Geld in ihre Hardware, Software, Services und Kommunikations-Equipment als vor der Wirtschaftskrise. „Mittelständler haben sich im letzten Jahr für den Aufschwung gerüstet, und dafür auch massiv in ihre Informations- und Kommunikations-Infrastruktur investiert“, sagt Peter Dewald, Geschäftsführer der Sage Software GmbH, die mit 250.000 Kunden einer der führenden Anbieter betriebswirtschaftlicher Software im deutschen Mittelstand ist. „Da eine moderne IT-Ausstattung zu den wichtigsten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg gehört, sind die gestiegenen Investments in die ITK eine wichtige Bedingung für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands.“

Im Durchschnitt gaben die baden-württembergischen Mittelständler 2011 pro Arbeitsplatz für ITK 1.998 Euro und damit 2,1 Prozent mehr als 2010 aus. Deutlich überdurchschnittlich war dabei das Investment der Firmen aus den Regionen Stuttgart, Mannheim und Heidelberg. Hier lagen die Ausgaben bei 2.306, 2.226 und 2.204 Euro. Weniger Geld als im baden-württembergischen und bundesdeutschen Durchschnitt nahmen Unternehmen aus den Regionen Pforzheim, Heilbronn, Friedrichshafen, Konstanz und Offenburg in die Hand. Bundesweit belegen diese Regionen zwar einen mittleren Rang – bezogen auf das südliche Bundesland liegen sie jedoch auf den letzten Plätzen. Top-Aufsteiger, sowohl bezogen auf Baden-Württemberg als auch auf das gesamte Bundesgebiet, ist Freiburg. Verglichen mit 2010 investierten die Unternehmen hier im vergangenen Jahr 6,6 Prozent mehr und damit 4,5 Prozentpunkte mehr als im baden-württembergischen Durchschnitt. Bundesweit gesehen schoben sie sich so um 26 Ränge nach oben und nehmen derzeit den Platz 42 ein.

Im Vergleich der Bundesländer behauptete Hessen das vierte Jahr in Folge seinen Spitzenplatz. 2011 gaben hessische Mittelständler durchschnittlich 2.057 Euro pro Arbeitsplatz und damit 49 Euro mehr als 2010 für Informations- und Kommunikationstechnologien aus. Obwohl Firmen aus Baden-Württemberg mit 1.998 Euro ebenfalls deutlich mehr als 2010 (1.956 Euro) in einen Arbeitsplatz investierten, rangiert das Bundesland im Vergleich weiterhin auf dem dritten Rang. Den zweiten Platz holten sich die Bayern, die mit einer Investitionssumme von 2.000 Euro denkbar knapp an den Baden-Württembergern vorbeizogen und sich gleich um zwei Plätze verbesserten. Neben Bayern konnten sich ebenfalls die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Sachsen um zwei Ränge verbessern. Der Freistaat Sachsen kletterte dabei mit einer durchschnittlichen Investitionssumme von 1.856 Euro vom letzten auf den zehnten Rang. Schlusslicht in diesem Jahr: Sachsen-Anhalt. Hier investierten Firmen durchschnittlich 1.841 Euro und damit 216 Euro weniger als die Hessen in ihre IT- und Telekommunikationsinfrastruktur pro Arbeitsplatz. Großer Verlierer des Vergleichs ist jedoch die Region Schleswig-Holstein/Hamburg. Zwar wurde mit 1.955 Euro immer noch mehr als im Bundesdurchschnitt (1.936 Euro) investiert, da aber die Ausgaben im Vergleich zu 2010 in Flensburg/Kiel, Elmshorn und Lübeck rückläufig waren und nur Hamburg mehr Geld für ITK ausgab, verlor die gesamte Region ihren ‚Medaillenplatz‘ und rutschte vom zweiten auf den sechsten Platz ins Mittelfeld ab.

Der Südwesten Deutschlands gehört zu den wohlhabendsten Regionen in Deutschland. Die dominierende Branche ist hierzulande die Industrie. Abgesehen von kleineren Ansammlungen der Großindustrie im Raum Stuttgart und Mannheim dominiert der gut über das gesamte Land verteilte Mittelstand. In den vergangenen Jahren hat auch die Dienstleistungswirtschaft überdurchschnittlich zur wirtschaftlichen Leistung und vor allem zur Beschäftigung in Baden-Württemberg beigetragen.

(Redaktion)