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Wirtschaft | Mo, 05.12.2011 12:10

Jeder achte Ingenieur im Südwesten über 55 Jahre alt

Im Jahr 2010 waren rund 18.300 oder 12 Prozent der insgesamt mehr als 152.000 sozialversicherungspflichtigen Ingenieurfachkräfte im Südwesten bereits 55 Jahre oder älter. Diese werden voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren wegen Erreichens der Altersgrenze in Ruhestand gehen. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, war vor 10 Jahren lediglich jeder neunte Ingenieur 55 Jahre und älter (11 Prozent).


Gleichwohl verlief die demografische Entwicklung bei den Ingenieurfachkräften positiver als bei den gut 3,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt. Hier erhöhte sich der Anteil der über 55-Jährigen seit dem Jahr 2000 sogar um 4 Prozentpunkte von 10 auf nunmehr 14 Prozent.

In den einzelnen Berufsgruppen der Ingenieure zeigen sich dennoch deutliche Altersunterschiede. Die unter allen Ingenieurfachkräften mit 45.100 Beschäftigten am stärksten besetzte Gruppe der Wirtschaftsingenieure hatte mit großem Abstand die jüngste Belegschaft. Der Altersdurchschnitt lag hier mit knapp 39 Jahren um fast 3 Jahre unter dem Durchschnitt aller Ingenieurfachkräfte (42 Jahre). Fast 40 Prozent der Wirtschaftsingenieure hatten die Altersgrenze von 35 Jahren noch nicht erreicht, lediglich 7 Prozent oder 3.200 Personen waren über 55 Jahre alt. Bei den 36.700 Maschinen- und Fahrzeugbauingenieuren, dem zweitgrößten Ingenieurfachbereich, entsprach die Altersgliederung annähernd der aller Ingenieurfachkräfte. Rund 28 Prozent der Beschäftigten waren noch keine 35 Jahre alt, der Anteil der älteren Kollegen über 55 Jahren lag bei 12 Prozent (4.500 Beschäftigte). In den letzten 10 Jahren ging bei den Maschinen- und Fahrzeugbauingenieuren und vor allem aber bei den Wirtschaftsingenieuren der Anteil der älteren Beschäftigten in der Belegschaft deutlich zurück. Demgegenüber hat sich bei den Elektroingenieuren die Quote der über 55 Jährigen zwischen 2000 und 2010 auf 16 Prozent fast verdoppelt, so dass im Jahr 2010 insgesamt knapp 5.300 Elektroingenieure über 55 Jahre alt waren. Gleichzeitig gab es in diesem Berufszweig unter allen Ingenieurfachkräften die wenigsten jungen Kolleginnen und Kollegen unter 35 Jahren (17 Prozent).

Die in den letzten Jahren steigende Zahl der Studierenden mit einer Ingenieurausbildung dürfte dazu beitragen, dass der demografische und von Wirtschaft und Verbänden erwartete strukturell bedingte Fachkräftemangel verringert werden kann. Studienfächer der Ingenieurwissenschaften und des Wirtschaftsingenieurwesens werden immer beliebter. So stieg die Zahl der in den Ingenieurwissenschaften immatrikulierten Männer und Frauen seit dem Wintersemester 2000/2001 um 65 Prozent. Im Wirtschaftsingenieurwesen nahm sie sogar um 91 Prozent zu. Die Gesamtzahl der Studierenden erhöhte sich dagegen im gleichen Zeitraum lediglich um 48 Prozent.

Insgesamt waren im Wintersemester 2010/2011 an den Hochschulen in Baden-Württemberg knapp 290.000 Studenten eingeschrieben, darunter rund 57.300 im Bereich Ingenieurwissenschaften und 13.000 im Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen. Besonders beliebt waren bei den Studierenden der Ingenieurwissenschaften die Fachrichtungen Maschinenbau/Verfahrenstechnik (28.400 Studierende) und Elektrotechnik (11.000 Studierende).

(Redaktion)