Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mo, 02.05.2011 08:36

Jeder fünfte der unter 35-Jährigen im Südwesten ist befristet beschäftigt

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus 2009 waren in Baden-Württemberg rund 5,3 Millionen Personen erwerbstätig, davon knapp 2,9 Millionen Männer und rund 2,4 Millionen Frauen. Demgegenüber gab es im Jahr 1990 nur knapp 4,8 Millionen Erwerbstätige; das bedeutet eine Steigerung um 12 Prozent. Ursächlich für diese Entwicklung ist die erhöhte Frauenerwerbstätigkeit. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes nahm im Zeitraum von 1990 bis 2009 die Zahl der berufstätigen Frauen um knapp 500.000, die der Männer nur um 70.000 Personen zu. Aufgrund der gestiegenen Zahl berufstätiger Frauen hat sich seit Anfang der 90er-Jahre der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen von etwa 41 Prozent auf nun knapp 46 Prozent erhöht.

Erwerbstätige Frauen in Baden-Württemberg 2009 nach Beschäftigungsumfang. (Grafik: Stat. Landesamt)

Erwerbstätige Frauen in Baden-Württemberg 2009 nach Beschäftigungsumfang. (Grafik: Stat. Landesamt)


Die positive Bilanz bei der Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen und bei der Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit beruht vor allem auf der starken Zunahme der Teilzeitbeschäftigung. Teilzeit arbeiten ist noch immer eine weibliche Domäne. So sind rund 82 Prozent der ca. 1,5 Millionen Teilzeiterwerbstätigen in Baden-Württemberg Frauen. Oder anders betrachtet: Jede zweite erwerbstätige Frau in Baden-Württemberg arbeitet Teilzeit, während es unter den männlichen Erwerbstätigen nur jeder Zehnte ist. So gehen 9 Prozent der Frauen einer Beschäftigung mit einem wöchentlichen Arbeitsumfang von 1 bis 9 Stunden nach, 8 Prozent arbeiten 10 bis 14 Stunden pro Woche und jeweils 16 Prozent sind 15 bis 20 Stunden bzw. 21 bis 34 Stunden pro Woche beschäftigt.

Die Erwerbstätigenquote der Frauen – also der Anteil der erwerbstätigen Frauen an allen Frauen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren – hat sich von 58 Prozent im Jahr 1990 auf aktuell 68 Prozent erhöht, während die Erwerbstätigenquote der Männer mit 81 Prozent 1990 und 79 Prozent 2009 nahezu konstant geblieben ist. Baden-Württemberg hat damit auch im europäischen Vergleich eine sehr hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen vorzuweisen, die nur von Dänemark, den Niederlanden und Schweden übertroffen wird.

Ein weiterer Aspekt um die Qualität der Arbeitsbedingungen zu beurteilen, ist die Entwicklung der befristeten Arbeitsverhältnisse. Von den 4,5 Millionen abhängig Erwerbstätigen (ohne Auszubildende) hatte 2009 jeder Zehnte einen befristeten Arbeitsvertrag, 1992 war es nur jeder Zwanzigste.

Befristete Arbeitsverträge kommen erwartungsgemäß in den jüngeren Altersgruppen häufiger vor als in älteren. In der Altersgruppe von 15 bis unter 35 Jahren sind im Jahr 2009 sogar rund 22 Prozent der abhängig Erwerbstätigen (ohne Auszubildende) ohne festen Job (1992: 10 Prozent). Bei den 35- bis unter 65-Jährigen sind 2009 dagegen nur durchschnittlich gut 4 Prozent befristet beschäftigt (1992: 2,5 Prozent).

Ein Vergleich der Entwicklung in den einzelnen Altersgruppen über die vergangenen 17 Jahre zeigt, dass die Anteile befristeter Arbeitsverträge nicht nur in den ganz jungen Altersgruppen ansteigen. So ist 2009 ein gutes Drittel der 15- bis unter 25-jährigen abhängig Erwerbstätigen (ohne Auszubildende) befristet beschäftigt, während im Jahr 1992 dieser Wert mit 17 Prozent nur halb so hoch war. Auch in der Gruppe der 25- bis 35-Jährigen stieg der Anteil befristet beschäftigter Erwerbstätiger von 7 Prozent 1992 auf knapp 16 Prozent im Jahr 2009 an.

Auffällig ist außerdem, dass die Anteile befristeter Arbeitsverträge bei den Frauen im Alter von 25 bis unter 45 Jahren – das sind die Altersgruppen, in die die Familienplanung der Frauen fällt – um durchschnittlich 2 Prozentpunkte über denen der gleichaltrigen Männer liegen.

(Redaktion)