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Wirtschaft | Mo, 27.08.2012 09:02

Jeder siebte Deutsche würde auf Projektbasis arbeiten

Statt Festanstellung eine Tätigkeit auf Projektbasis für verschiedene Unternehmen - 73 Prozent der Deutschen können sich das vorstellen. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie "Projektarbeit - Arbeitsmodell der Zukunft", die im August von Experis durchgeführt wurde. Experis ist eine Tochtergesellschaft der ManpowerGroup.


Überdurchschnittlich hoch ist die grundsätzliche Bereitschaft zur  Projektarbeit mit über 89 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre. Auch unter den Personen mit höheren Schulabschlüssen - Abitur oder  Fachhochschulreife – sind 82 Prozent dieser Beschäftigungsform nicht abgeneigt. Voraussetzung für die  Bereitschaft, in wechselnden Projekten tätig zu sein, ist für 42  Prozent aller Befragten ein leistungsgerechtes Gehalt. 30 Prozent  würden nur dann regelmäßig ihren Arbeitsplatz wechseln, wenn dabei  ihre Freizeit nicht zu kurz kommt. 

Ein Viertel aller Befragten nennt als weitere Voraussetzung,  herausfordernde Tätigkeiten übernehmen zu können. Was die  Wechselfrequenzen betrifft, so können sich 26 Prozent vorstellen,  mindestens halbjährlich den Aufgabenbereich zu wechseln. Für 15  Prozent kommt ein Wechsel alle sieben bis zwölf Monate in Frage. Weitere 20 Prozent  würden sich im Turnus von 13 bis 24 Monaten  inhaltlich neu orientieren. Laut Studie hat die Hälfte der  Arbeitnehmer in Deutschland im bisherigen Berufsleben mindestens vier sozialversicherungspflichtige Jobs ausgeübt. Die hohe Bereitschaft  zur Projektarbeit lässt vermuten, dass dieser Anteil zukünftig  steigen wird. 

Attilio Berni, Geschäftsführer von Experis, sieht in der  projektbasierten Tätigkeit das Arbeitsmodell der Zukunft: „Die  Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass die Arbeitnehmer in  Deutschland Abschied genommen haben von dem einstigen Ideal, dem Job  fürs Leben. Stattdessen ist für die Mehrheit ein abwechslungsreiches  Berufsleben mit vielen verschiedenen Stationen und Aufgaben  attraktiv. Ein Grund dafür ist sicherlich das steigende Bedürfnis  nach einem erfüllenden Berufsleben: Die Arbeitnehmer wollen ihre  vielseitigen Interessen und Talente auch im Job nutzen.“

Auch die  zunehmende Mobilität trage dazu bei, dass die Arbeitnehmer einer  projektbasierten Tätigkeit gegenüber offener geworden sind. In der  Studie gaben 81 Prozent der Befragten an, dass sie für einen  attraktiven Job umziehen oder pendeln würden. 42 Prozent sind bereit, täglich zwei Stunden Fahrzeit in Kauf zu nehmen. „Unternehmen profitieren von der Flexibilität der deutschen  Arbeitnehmer, weil sie ihre personellen Ressourcen durch  projektbasierte Beschäftigung besser den wirtschaftlichen  Entwicklungen anpassen können“, erklärt Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Vor allem im  hochqualifizierten Bereich wird der Bedarf an flexiblen Mitarbeitern  weiter wachsen.“  Besonders gute  Aussichten auf dem projektbasierten Arbeitsmarkt haben laut Berni  aktuell Ingenieure, IT-Spezialisten sowie Experten für Finanz- und  Rechnungswesen.  

(Redaktion)