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Unternehmensnachrichten | Mi, 26.05.2010 10:06

Kehler Tafelrunde: Vertrauensvolle regionale Allianzen für „saubere“ Lebensmittel heute gefragter denn je

In der Alb-Gold Reihe von regionalen „Tafelrunden zur Agro-Gentechnik“ hatte Klaus Freidler, Inhaber und Geschäftsführer der Alb-Gold Teigwaren GmbH zusammen mit Bernhard Stoll, Geschäftsführer des RKW Kehl, am 20. Mai ausgewiesene Experten zum Podiumsgespräch in die Feldscheune Kehl eingeladen.

Jacqueline Roussety, Andreas Hoppe alias „Tatort-Kommissar Kopper“ und Klaus Freidler, Inhaber und Geschäftsführer der Alb-Gold Teigwaren GmbH, warnten in Kehl vor den Folgen der Agro-Gentechnik. (Foto: Alb-Gold Teigwaren/Trochtelfingen)

Jacqueline Roussety, Andreas Hoppe alias „Tatort-Kommissar Kopper“ und Klaus Freidler, Inhaber und Geschäftsführer der Alb-Gold Teigwaren GmbH, warnten in Kehl vor den Folgen der Agro-Gentechnik. (Foto: Alb-Gold Teigwaren/Trochtelfingen)


Das Raiffeisenkraftfutterwerk RKW Kehl ist ein wichtiger Knotenpunkt für die beispielhafte „gentechnikfreie Erzeugerkette“, an deren Ende hochwertige Teigwaren stehen. Im Kehler Rheinhafen wird das Hühnerfutter aus gentechnikfreiem Soja und Mais gemischt und ausgeliefert, welches Grundlage ist für die Eier, die beispielsweise in den Hausmacher Eiernudeln von Alb-Gold Verwendung finden.

Der Trochtelfinger Nudelhersteller produziert seit 2008 seine Teigwaren „ohne Gentechnik“ und kennzeichnet die Produkte auch entsprechend mit dem neuen Zeichen. Eine Kernfrage bei der Diskussion um die Agro-Gentechnik, die auch bei der Kehler Expertenrunde im Mittelpunkt stand: Kann ein regionales Engagement für eine nachhaltige Erzeugung Wirkung bringen wenn auf der anderen Seite internationale Agrarkonzerne enorme Summen in die Gentechnik investieren?

Bei der mit 160 Gästen gut besuchten Publikumsveranstaltung wurden die gentechnikfreien Erzeugerwege, die Analyse- und Kontrollverfahren für eine Produktionskette ohne Gentechnik aufgezeigt.

Mittlerweile engagieren sich auch bekannte Persönlichkeiten für Lebensmittel ohne Gentechnik. Dies stellten die Autoren Jacky Roussety und Andreas Hoppe, bekannt als „Tatort-Kommissar Kopper“ unter Beweis, als sie im Rahmen der Veranstaltung aus ihrem Buch „Allein unter Gurken“ lasen. Ihr „kulinarischer Selbstversuch“ bestand darin, sich ein Jahr lang nur mit Produkten aus regionaler Erzeugung zu ernähren. Wie genussvoll regionale Produkte eingesetzt werden können, hat Andreas Hoppe, selbst bekennender Pasta-Fan, bei seinem Experiment für sich entdeckt.

Der bekannte Schauspieler hat sich zusammen mit Jacky Roussety, die ihn als Co-Autorin des Buches begleitet hat, auf einen „ökotrophologischen Jakobsweg“ begeben. Die Recherchen brachten den Tatort-Kommissar auf die Spur, als „neugieriger normaler Verbraucher“ die Vorzüge einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft ohne Gentechnik zu entdecken. In ihrem Buch schildern sie das Erlebnis, dass Imker in Brandenburg den geernteten Honig vernichten mussten, weil dort gentechnisch veränderte Pollen von Mais gefunden wurden.

Auch ohne die wissenschaftlichen Details der Biotechnologie zu kennen sieht Hoppe die Agro-Gentechnik als großes Risiko für Mensch und Natur, vor der es zu warnen gilt. „Wir sind Versuchskaninchen der Chemieindustrie. Wenn wir erkranken ist das dann unser Problem“ – warnt Hoppe mit Blick auf die jüngste Ölkatastrophe am Golf von Mexiko.

„Ein Mähdrescher ist kein Reagenzglas“, sagt Bernhard Stoll. Der Geschäftsführer des Futtermittelherstellers befasst sich seit vielen Jahren mit der Grenzwert- und Analysedebatte. Mit dieser einfachen Feststellung macht Stoll den Unterschied deutlich zwischen der in seinen Augen gefährlichen Agro-Gentechnik und der weitgehend akzeptierten „weißen“ Gentechnik im medizinischen Bereich.

Stoll kennt die „saubere“ Lieferkette bis hin zu den Sojafeldern in Brasilien, die in einer gentechnikfreien Region liegen. Dennoch: In der Landwirtschaft und entlang der globalen Liefer- und Verarbeitungskette der Rohstoffe gibt es viele mögliche Schnittstellen für eine „Kreuzkontamination“ durch gentechnisch modifizierte Saaten. Ein ausgeklügeltes und exaktes Kontroll- und Analyse-System garantiere dennoch, dass die Rohstoffe und Produkte nicht gentechnisch verunreinigt sind.

Doch die Last liegt derzeit nicht bei den Schadensverursachern, sondern auf den Schultern der Unternehmen die „ohne Gentechnik“ produzieren. Alb-Gold und das RKW Kehl stehen für eine gentechnikfreie Erzeugerkette und haben deswegen diesen Aufwand zu tragen.

In einem engagierten Statement betont Freidler erneut wie wichtig es ihm ist, verlässliche Partner in der heimischen Landwirtschaft zu haben. Als Gegner der regionalen Qualitätsschiene erkennt Freidler die multinationalen Agrarkonzerne, die sich durch Patente auf Saatgut und Lebensmittel die Wertschöpfung an der gesamten Nahrungsmittelkette sichern wollen und den Markt mit billiger Massenware überschwemmen.

Dies, so sind sich Freidler und Stoll einig, gelte es auch in Zukunft zu verhindern – und durch die vertrauensvollen Erzeuger-Allianzen zu sichern. „Der Landwirt muss Herr seiner selbst bleiben“, so Freidler. Nur so könne die Wahlfreiheit der Verbraucher gesichert werden, auch künftig hochwertige Lebensmittel aus der Region kaufen zu können.

Fazit: Vertrauensvollen Allianzen bei der regionalen Lebensmittelerzeugung werden immer wichtiger, um hochwertige Lebensmittelqualität zu gewährleisten. Die Unternehmer Freidler und Stoll appellierten gemeinsam an die Landwirte und Verbraucher, sich auch künftig für diese nachhaltige Form der Lebensmittelerzeugung ohne Gentechnik einzusetzen.

(Redaktion)