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Wirtschaft | Mi, 17.10.2012 08:31

Kein goldener Herbst für Maschenbranche

Für das laufende Jahr setzen die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie weiter auf einen stabilen Binnenkonsum. Allerdings dämpfen fallende Erträge und die schleppende Nachfrage auf wichtigen Auslandsmärkten die Erwartungen für die kommenden Monate. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage von Gesamtmasche im Oktober.


Zum Herbst hat sich das Gesamtmasche-Geschäftsklima deutlich abgekühlt: Der Index ist auf -5,89 Punkte gefallen. Im Juli lag er mit 6,88 Punkten noch im positiven Bereich. Etwas robuster zeigt sich der Teil-Index für Wäsche mit 3,56 Punkten. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt dabei deutlich günstiger aus als die Erwartungen bis Jahresende.

Bereits in den Vormonaten bereiteten steigende Beschaffungskosten und sinkende Margen den Herstellern Sorgen. Für das letzte Quartal 2012 erwarten 40 Prozent der Unternehmen eine weitere Verschlechterung der Ertragslage. Mit einer Verbesserung rechnet nur noch jedes zehnte. Die Auftragseingänge sich entwickeln weiter solide, 70 Prozent der Unternehmen bewerten sie als gut bis zufrieden stellend. Aber fast jedes dritte Unternehmen rechnet mit einer kommenden Abschwächung. Das lässt auch die Erwartungen für die Kapazitätsauslastung leicht sinken.

Beim Auslandsgeschäft ergibt sich ein differenziertes Bild: Immerhin knapp Dreiviertel der Hersteller zählt auf gleich bleibende oder sogar anziehende Exporte. Hoffnungsträger sind die neuen Wachstumsmärkte, insbesondere Russland und China. Allein in diese beiden Länder gingen von Januar bis Juli 2012 Maschen- und Miederwaren im Wert von 210 Millionen Euro. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In einigen Schwellenländern könnten sich ab 2013 angesichts einer konjunkturellen Erholung die Geschäfte weiter verbessern. Eine rasche Besserung in den für die Branche so wichtigen Euro-Ländern ist allerdings nicht in Sicht; auch in einigen Staaten Mittel- und Osteuropas lahmt die Wirtschaft.

Die gedämpfte Stimmung der Branche passt zu den jüngsten Aussagen der Wirtschaftsforschungsinstitute, die in ihrem Herbstgutachten die Wachstumsprognose für das kommende Jahr von 2 auf 1 Prozent halbiert haben. Laut GfK ist die Konsumlaune der Verbraucher zwar immer noch stabil, selbst bei teuren Anschaffungen. Der Handel vermeldet jedoch Einbrüche bei kostspieligeren und langlebigen Konsumgütern. Die Effekte auf das Geschäft mit Maschenwaren können dabei unterschiedlich ausfallen: Die Spanne des Möglichen reicht von Kaufzurückhaltung bis zu Vorteilen im Bereich kurzlebiger Güter und des erschwinglichen Luxus.

(Redaktion)