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Wirtschaft | Do, 21.02.2013 12:22

KfW: Deutsche Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 0,4 Prozent

Im letzten Quartal 2012 ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent gesunken. Diesen Rückgang dürfte die deutsche Wirtschaft jedoch bereits im laufenden Quartal größtenteils wieder aufholen. In ihrem aktuellen Konjunkturkompass erwartet die KfW die ersten drei Monate eine Wachstumsrate von soliden 0,4 Prozent. Für das Gesamtjahr 2013 bleibt die KfW zuversichtlich und bestätigt ihre Prognose der Jahreswachstumsrate von 0,9 Prozent (kalenderbereinigt).


„Der starke Einbruch im Schlussquartal 2012 war zum Teil der ins dritte Quartal vorgezogenen Autoproduktion geschuldet, wie wir jetzt wissen, und bleibt daher ein Einmalereignis. Die deutsche Wirtschaft macht bereits im ersten Quartal 2013 wieder Boden gut“, sagte Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Im dritten Quartal hatten die Autobauer in Sonderschichten Auftragsüberhänge abgearbeitet: vorgezogene Produktion in einer wichtigen Branche, die dann im vierten Quartal fehlte.

Der entscheidende, fundamentale Treiber der Abwärtsdynamik waren jedoch die stark rückläufigen Exporte. Angesichts der durchweg schlechten Wachstumsergebnisse im vierten Quartal bei den weltweit wichtigsten Industrienationen und zugleich Handelspartnern Deutschlands sind sie leicht nachvollziehbar.

„Die geballten Belastungen aus dem Ausland haben keinen Bestand, eine globale Trendwende zeichnet sich bereits ab“, so Zeuner: „Wir erwarten eine stabile Konsumnachfrage, wieder steigende Exporte und ein Anziehen der Investitionen im späteren Jahresverlauf. Im Gesamtjahr 2013 wird das BIP um 0,9 Prozent zulegen und damit erneut unter dem Potenzialwachstum bleiben. Diese Rate verdeckt allerdings die dynamische Entwicklung im Jahresverlauf, die positiv auf 2014 ausstrahlt: Im kommenden Jahr dürfte sich das Realwachstum auf 1,7 Prozent nahezu verdoppeln.“

Gründe für die Zuversicht seien der stabile Arbeitsmarkt in Verbindung mit Reallohnsteigerungen. Aber auch die globale Erholung, die wirtschaftspolitischen und institutionellen Weichenstellungen der Eurozone tragen dazu bei. Nicht zuletzt die deutlich verbesserten Geschäftserwartungen und Auftragseingänge in der zyklusprägenden Industrie seien ebenso Faktoren.

Damit sind jedoch zugleich die wichtigsten Risiken beschrieben. Bräche die globale Erholung unerwartet ab oder würde die Krise in Europa erneut eskalieren, wäre mit einer schlechteren Entwicklung zu rechnen. „Das Schlussquartal des letzten Jahres belegt die hohe Abhängigkeit der deutschen Konjunktur von den Entwicklungen in Europa und darüber hinaus. Das bezeugt unsere Wettbewerbsfähigkeit, kann aber auch eine Schwäche sein“, so Zeuner. Deutschland sollte deshalb weiter daran arbeiten, seine außenwirtschaftliche Verwundbarkeit zu reduzieren, indem es seine Binnennachfrage stärkt.

(Redaktion)