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Wirtschaft | Mo, 26.08.2013 09:51

KfW erhöht Konjunkturerwartungen für 2013 auf 0,6 Prozent

Die deutsche Wirtschaft hat das schwache Winterhalbjahr überwunden und ist wieder auf Expansionskurs. Nach dem überraschend starken Wachstum auf breiter Basis im zweiten Quartal korrigiert die KfW ihre Konjunkturprognose für 2013 von zuvor 0,3 Prozent auf 0,6 Prozent nach oben. Weiterer Grund für die Aufwärtsrevision ist die nach neuestem Datenstand geringere Wachstumsbelastung aus dem Einbruch im Schlussquartal 2012.


Das deutsche Wachstum profitiert vom Ende der Rezession in der Eurozone, dem wichtigsten Handelspartner der hiesigen Unternehmen. Der Export wächst erstmals seit drei Quartalen wieder. Neben dem weiterhin verlässlichen Konsum tragen aber immer noch vor allem nachholende Bauinvestitionen zum erfreulichen Wachstumsplus von 0,7 Prozent im zweiten Quartal 2013 bei.

Die Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie ist auf 83,2 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit dem Frühjahr 2012. Dies hat die Ausrüstungsinvestitionen der privaten Unternehmen stimuliert, die um 1,3 Prozent expandieren. Einen Zuwachs bei den Unternehmensinvestitionen insgesamt verhindert allein der Wirtschaftsbau. Dieser gibt entgegen dem allgemeinen Bautrend nach.

„Deutschland profitiert von der Stabilisierung in Europa. Das kräftige und breiter als bisher gestützte Wachstumsergebnis im Frühjahr macht Mut“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „Die Eurozone hat begonnen, sich aus der Rezession herauszuarbeiten, das Geschäftsklima ist besser und die Industrieproduktion zieht an - dies alles spricht für begründeten Konjunkturoptimismus. Die Investitionsschwäche ist aber damit noch lange nicht überwunden.“

Für die zweite Jahreshälfte rechnet die KfW mit moderateren Quartalswachstumsraten von 0,4 Prozent. Denn nachdem der ungewöhnlich lange und kalte Winter die Bautätigkeit nach dem Jahreswechsel belastet und das Wachstum im ersten Quartal gedrückt hat, ergibt sich im Frühjahr ein positiver Rückpralleffekt: Die Bauwirtschaft holt die Investitionen nach und treibt das Quartalswachstum in die Höhe. Das hohe Tempo des zweiten Quartals darf deshalb nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden.

2014 dürfte sich das Realwachstum auf 2,0 Prozent beschleunigen (Vorprognose: 1,7 Prozent). Das setzt voraus, dass die erwartete weitere leichte Expansion der Wirtschaftsleistung in Europa tritt ein. Die heimischen Wachstumsfaktoren wie niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Kaufkraft und günstiges Zinsniveau, werden auch im kommenden Jahr eine stabile Konjunkturstütze bleiben. Für mehr fehlt es an Wachstumsimpulsen aus der Eurozone.

(Redaktion)