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Vermischtes | Do, 11.11.2010 10:15

KfW-Nachhaltigkeitsindikator: Starker Aufwärtstrend im Bereich Umwelt - gesellschaftlicher Zusammenhalt verschlechtert sich

Das zentrale Ergebnis des KfW-Nachhaltigkeitsindikators 2010 zeigt, dass trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise leichte Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland erzielt werden konnten. Im Gesamtergebnis verbesserte sich der KfW-Nachhaltigkeitsindikator für das Berichtsjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Zähler auf den Wert von 0,1. Damit ist der Richtwert, der auf dem Durchschnittswert der vorangegangenen zehn Jahre beruht - nimmt man alle Aspekte zusammen-, leicht übererfüllt worden. Die Entwicklung in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen verlief allerdings unterschiedlich.


Krisenbedingt trübte sich die Nachhaltigkeitssituation bei Wohlstand, Staatsverschuldung und Innovationen deutlich ein. Das Ergebnis der gebündelten Einzelindikatoren der Nachhaltigkeitsdimension Wirtschaft verlor 2009 gegenüber dem Vorjahr 0,5 Zähler und fiel auf 0,0 Scorepunkte zurück. Dass trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise der Durchschnittswert der vorangegangen zehn Jahre nicht unterschritten wurde, zeugt von einer fundamental soliden wirtschaftlichen Verfassung Deutschlands.

"Die Nachhaltigkeitssituation im Bereich Umwelt hat dagegen kurzfristig von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise profitiert. Insbesondere durch den konjunkturbedingt starken Rückgang des Energieverbrauchs und die daraus resultierenden Minderungen der Treibhausgasemissionen konnte sich das Gesamtergebnis der Umweltindikatoren im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 1,1 Zähler auf 0,5 verbessern", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Mit diesem Ergebnis stellt sich die Nachhaltigkeitslage im Umweltbereich insgesamt erheblich besser dar als im Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre. "Mit dem Anziehen der Konjunktur kann sich dieses Bild jedoch wieder umkehren," warnte Dr. Irsch. In jedem Fall ist positiv hervorzuheben, dass 2009 trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland weiter vorangetrieben werden konnte.

Das Ergebnis der Nachhaltigkeitsdimension Gesellschaftlicher Zusammenhalt fiel 2009 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Zähler auf den Wert von -0,3 und lag damit unter dem Durchschnittsniveau der vorangegangenen zehn Jahre.

Am stärksten negativ ins Gewicht fiel dabei der Rückgang beim Schlüsselthema Politische Teilhabe aufgrund unterdurchschnittlicher struktureller Wahlbeteiligungen im "Superwahljahr 2009". Erfreulich krisenfest erwies sich indessen der Trend beim Schlüsselthema Bildung. Sowohl die Studienanfängerquote als auch der Anteil der Hoch- und Niedrigqualifizierten setzten sich positiv vom Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre ab. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Verbesserung beim Teilaspekt Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

"Leider hat sich die Nachhaltigkeitssituation im Bereich der Integration von Ausländern im Zuge der Wirtschaftskrise insgesamt verschlechtert: Im Krisenjahr 2009 nahm die Arbeitslosenquote der ausländischen Erwerbspersonen stärker zu als die aller Erwerbspersonen", sagte Dr. Irsch.

(Redaktion/KfW)