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Wirtschaft | Fr, 24.02.2012 10:38

KfW prognostiziert für 2012 Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent

Die deutsche Wirtschaft wird nach einem eher schwachen Winter im Frühling wieder auf einen soliden Wachstumskurs einschwenken. Im ersten Quartal 2012 gelingt die Rückkehr zu einem - wenn auch mit 0,2% zunächst geringfügigen - BIP-Zuwachs. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die KfW ein Wirtschaftswachstum von 1,2%. In einer ersten Prognose für 2013 geht sie von einem Wachstumsplus in Höhe von 1,9% aus.


"Wir sehen gute Chancen, dass die deutsche Wirtschaft die momentane Schwächephase zügiger als erwartet überwinden kann", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Angesichts des sich etwas aufhellenden weltwirtschaftlichen Umfelds und der erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bleiben wir weiter relativ optimistisch und halten in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,2% für wahrscheinlich." Die KfW liegt mit dieser Prognose im Vergleich zu anderen Instituten im oberen Bereich.

Zwar wird es 2012 auch außenwirtschaftliche Impulse geben, der entscheidende Wachstumstreiber wird aber die steigende Binnennachfrage sein. "Angesichts niedriger und rückläufiger Arbeitslosigkeit, steigender Beschäftigung, höherer Löhne und unverändert geringer Zinsen sind die Voraussetzungen für eine anhaltende Binnendynamik weiterhin gut - zumal die EZB durch großzügige Liquiditätsversorgung der Gefahr einer Kreditklemme effektiv vorbeugt", betonte Irsch.

Es sei von daher nicht überraschend, dass sich zuletzt das Geschäftsklima auf breiter Front bei Mittelständlern und Großunternehmen verbessert hat. Besonders die Geschäftserwartungen haben sich deutlich erholt und sind im Mittelstand schon wieder überdurchschnittlich gut.

Auch wenn die konjunkturellen Perspektiven freundlicher als noch vor einem halben Jahr sind, bleibt der Aufschwung anfällig. Noch immer gibt es erhebliche Abwärtsrisiken, die im ungünstigen Fall zu einem Schrumpfen auch der deutschen Wirtschaftsleistung im Jahr 2012 führen können. Zu nennen ist an erster Stelle das Dauerrisiko Schuldenkrise in Euroland, mit der - trotz des jetzt vereinbarten 2. Rettungspaketes - äußerst ungewissen Perspektive in Griechenland und einer möglichen Ansteckung weiterer Länder. Nach wie vor fehlen auch überzeugende Lösungen für die starken Verschuldungsprobleme der USA und des Vereinigten Königreichs. Hinzu kommen geopolitische Risiken wie die Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm, vor dessen Hintergrund ein angebotsseitiger Energiepreisschock nicht ausgeschlossen werden kann.

(Redaktion)