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Wirtschaft | Fr, 22.08.2008 10:03

Kommunale Wirtschaftsförderung in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen

Clustermanagement, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie Maßnahmen einer präventiven Wirtschaftspolitik werden für Kommunen zunehmend wichtig


Berlin. Die kommunale Wirtschaftsförderung verändert sich kontinuierlich. Nach wie vor sind "klassische" Aufgaben wie Bestandsbetreuung, Gewerbeflächenbereitstellung und Standortmarketing sehr wichtig. Nach der jüngsten Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) kommen auf die Wirtschaftsförderung jedoch neue Aufgaben zu, die zusätzliche Qualifizierungen erfordern. Dazu gehören Clustermanagement, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie Maßnahmen einer präventiven Wirtschaftspolitik. Auch heißt es für die Wirtschaftsförderung, in politisch aktuellen Themen "Flagge zu zeigen", so zurzeit bei­spielsweise in der Diskussion um die Verortung des Einheitlichen Ansprechpartners nach der EU-Dienst­leistungsrichtlinie, in der die Wirtschaftsförderung eine wichtige Rolle spielt. Der Erwartungsdruck auf die Wirtschaftsförderung wächst - bei vielerorts knapper werdenden finanziellen und personellen Ressourcen.

Vor allem Großstädte, die meist über mehr Mitarbeiter in der Wirtschaftsverwaltung verfügen, engagieren sich bereits in der Clusterpolitik, der Technologie- und Innovationsförderung oder der Ansiedlung von Creative Industries. Auch auf den wachsenden Einfluss der europäischen Ebene wird in Großstädten in stärkerem Maße reagiert: mit der Beantragung von Fördermitteln, konkreten Projekten oder Arbeitsgruppen.

Gut die Hälfte der Kommunen thematisiert mittlerweile den prognostizierten "Fachkräftemangel" als aktuelles Handlungsfeld. Vor allem in den technischen Berufen und bei unternehmensorientierten Dienst­leistungen wird der Mangel an Fachkräften spürbar. Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelkammern, die Agenturen für Arbeit, aber auch die betroffenen Unternehmen selbst arbeiten hier Hand in Hand an Lösungen.

Europäisierung, Globalisierung und technisch-ökonomischer Strukturwandel haben in den letzten Jahren die Arbeit der kommunalen Wirtschaftsförderung verändert. Wirtschaftsförderung ist in den Kommunen wichtiger geworden. Künftig werden jedoch viele Aufgaben von der lokalen Wirtschaftsförderung nicht mehr allein gelöst werden können. Kommunen müssen in stärkerem Maße auch in der Wirtschafts­förde­rung miteinander kooperieren, wenn sie sich im internationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze und Investi­tionen behaupten und die zunehmend arbeitsintensivere Betreuung des wirtschaftlichen Bestandes gewähr­leisten, wenn nicht sogar verbessern wollen.

Diese und weitere Befragungsergebnisse der aktuellen Difu-Umfrage sind im jüngsten Difu-Paper "Kommunale Wirtschaftsförderung 2008: Strukturen, Handlungsfelder, Perspektiven" zusammengefasst. Das Institut befragte bereits zum dritten Mal die Wirtschaftsförderungsstellen aller deutschen Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern. Die Vorgängerumfragen wurden in den Jahren 1995 und 2001durchgeführt.

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutsch­sprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunal­verbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regional­entwicklung, Wirtschaftspolitik, Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunal­finanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Grundlage des Handelns des als GmbH geführten Instituts ist die Gemein­nützigkeit. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (VfK) ist alleiniger Gesellschafter der GmbH.

Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik GmbH