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Wirtschaft | Mi, 17.02.2016 09:19

Konjunktur: Chemische Industrie mit positiver Bilanz

Die Umsätze in der chemischen Industrie in Baden-Württemberg sind 2015 um 4,6 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro gestiegen. Das gaben die Chemie-Verbände Baden-Württemberg bekannt. Das vergangene Jahr war damit „ein gutes Jahr für die meisten Unternehmen“, erklärte Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer.


Der Vorsitzende der Chemie-Arbeitgeber, Markus Scheib, forderte die Politik auf, die naturwissenschaftliche Bildung in den allgemeinbildenden Schulen zu stärken: „Zahlreiche anstehende Herausforderungen der Zukunft sind ohne Wissen über die Chemie nicht zu bewältigen.“ Zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sagte der Vorsitzende des VCI Baden-Württemberg, Dr. Anno Borkowsky, TTIP biete eine „historisch einmalige Gelegenheit, Wirtschaftswachstum anzuregen.“ In diesem Jahr müsse endlich ein sinnvoller Abschluss gefunden werden.

Die Umsätze in der chemischen Industrie in Baden-Württemberg teilen sich in Auslandsumsätze von 12,0 Milliarden Euro (+5,0 Prozent) und inländische Umsätze von 8,1 Milliarden Euro (+4,1 Prozent) auf. Die Exportquote liegt bei sechzig Prozent. In den wichtigsten Teilbranchen, der pharmazeutischen und der Farben- und Lack-Industrie, betrugen die Umsatzzuwächse 5,3 Prozent (9,2 Mrd. Euro) beziehungsweise 0,6 Prozent (2,6 Mrd. Euro).

Die chemische Industrie im Land konnte nach Einschätzung der Verbände allerdings nur eingeschränkt vom guten Konjunkturverlauf der baden-württembergischen Wirtschaft profitieren: Das verarbeitende Gewerbe erreichte im Jahr 2015 einen Umsatzzuwachs von 7,7 Prozent (Chemie +4,6 Prozent). Die Auslandsgeschäfte wuchsen sogar um 11,6 Prozent.

Die Beschäftigung nahm 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent auf 55.900 Beschäftigte zu (Angaben des statistischen Landesamtes).

Für das laufende Jahr sehen die Chemie-Verbände Baden-Württemberg in der Entwicklung der Weltwirtschaft ein erhebliches Risiko: Insbesondere die Schwächen der Schwellenländer, die Situation in Ost-Europa und die Rezession in Russland werden mittelfristig die Geschäfte der Unternehmen in Baden-Württemberg beeinträchtigen. Thomas Mayer: „Wir erwarten in unserer Branche zwar eine leichte Produktionssteigerung. Wir gehen aber davon aus, dass die Umsätze 2016 gegenüber dem Vorjahr stagnieren werden.“

(Redaktion)