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Wirtschaft | Fr, 09.05.2014 08:25

Konjunktur in Baden-Württemberg weiter im Aufwärtstrend

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Baden-Württemberg im ersten Quartal 2014 voraussichtlich um etwa 2,75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Für das zweite Quartal 2014 steht ein reales Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent zu erwarten. Der höhere Wert für das erste Quartal 2014 ist in erster Linie auf den schwachen Wert im Vergleichszeitraum zurückzuführen, die konjunkturelle Grundtendenz bleibt jedoch erhalten. Aus dem Verlauf des Gesamtkonjunkturindikators des Statistischen Landesamtes geht hervor, dass das Konjunkturklima über das ganze Jahr 2014 freundlich bleiben dürfte. Das teilt das Statistische Landesamt mit.


Die Inlandsumsätze des baden-württembergischen Verarbeitenden Gewerbes lagen im Durchschnitt der Wintermonate Dezember bis Februar real und arbeitstäglich bereinigt um 3,9 Prozent über ihrem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Herbst steht ein saisonbereinigter Anstieg von 0,6 Prozent zu Buche.

Der Fahrzeugbau registrierte im Vergleich zum Vorjahr Umsatzsteigerungen von 7,5 Prozent, die damit etwa in der Größenordnung der Vorperiode liegen. Dennoch hat sich die Inlandsnachfrage in dieser Branche etwas abgeflacht, da das Vorjahresplus auf den Basiseffekt des schwachen Vergleichszeitraums zurückzuführen ist. Saisonbereinigt stagnierten die Erlöse nämlich auf dem Niveau der Herbstmonate. Der Wert der Auftragseingänge ging sogar zurück (−1,5 Prozent).

Stärkere Impulse gingen vom Maschinenbau aus. Dessen Umsätze legten in den Monaten Dezember bis Februar gegenüber dem letzten Winter um 4,4 Prozent zu, gegenüber den Herbstmonaten um 0,8 Prozent.

Eindeutig positive Signale sendet die Bauwirtschaft aus. Die geleisteten Arbeitsstunden im Bauhauptgewerbe lagen in den Wintermonaten um 23,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Selbst wenn man den Einfluss der milden Witterung in den Monaten Dezember bis Februar berücksichtigt, bleibt ein Vorjahresplus von 14 Prozent und eine Steigerung von 10,5 Prozent gegenüber dem Herbst. So beeindruckend diese Werte auch sind, es ist absehbar, dass bei der Bauaktivität der Zenit vorerst erreicht sein dürfte: Der Wert der Auftragseingänge ging von den Herbst- auf die Wintermonate saisonbereinigt um 0,4 Prozent zurück.

Die Geschäftslage der Unternehmen des baden-württembergischen Verarbeitenden Gewerbes, so wie sie sich an den Auftragseingängen aus dem Inland darstellt, ist recht gut. Das Auftragsvolumen stieg in den Wintermonaten um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert an. Gegenüber den Herbstmonaten war der saisonbereinigte Wert zwar rückläufig (−1,2 Prozent). Dies ist jedoch auf einen außergewöhnlich hohen im Vergleichszeitraum liegenden Septemberwert zurückzuführen. Die vor allem um saisonale Effekte bereinigten Inlandsbestellungen zeigen, dass die konjunkturelle Grundtendenz immer noch aufwärtsgerichtet ist: von Herbst auf Winter legte dieser Wert um 1,1 Prozent zu.

Der nach wie vor fortschreitende Beschäftigungsaufbau – gerade auch in den wirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen – ist einerseits die Folge der guten Wirtschaftslage, wirkt aber andererseits auch wieder auf diese zurück. Seitens des Arbeitsmarktes ist also ebenso weiterhin mit Rückenwind für die Inlandsnachfrage zu rechnen wie seitens der moderaten Preisentwicklung.

Das Auslandsgeschäft der baden-württembergischen Industrie war um den Jahreswechsel 2013/2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sehr lebhaft. Im Durchschnitt der Wintermonate Dezember bis Februar stiegen die Auslandsumsätze arbeitstäglich und preisbereinigt um 8,4 Prozent an. Schon in den Herbstmonaten belief sich der Anstieg der Erlöse etwa in dieser Größenordnung.

Die beeindruckenden Vorjahresveränderungsraten sollten jedoch nicht dazu verleiten, die konjunkturelle Entwicklung zu überschätzen, da der Vergleichszeitraum in die überaus schwache erste Hälfte des Jahres 2013 fällt. Im Vergleich zum Herbstdurchschnitt stiegen die Auslandsumsätze saison- und arbeitstäglich bereinigt um lediglich 0,1 Prozent. Um das Bild zu vervollständigen sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Aufwärtstendenz nach wie vor intakt ist: die um saisonale Effekte bereinigte und geglättete Reihe weist für die Wintermonate gegenüber der Vorperiode ein Plus von immerhin 2,2 Prozent auf.

Getragen wurde das Auslandsgeschäft vor allem von der Investitionsgüternachfrage mit einem Vorjahres-Umsatzplus von 10,1 Prozent, ein Wert, der ebenfalls in etwa dem Durchschnitt der Herbstmonate entspricht. Da sich die Auslandsnachfrage zum größten Teil auf diese Gütergruppe erstreckt, gilt das für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt dargelegte konjunkturelle Muster auch für die Investitionsgüternachfrage. Unter den Industriebranchen fallen die Auslandserlöse des Fahrzeugbaus mit einem Vorjahresplus von 18,1 Prozent besonders ins Auge. Die Steigerung gegenüber den Vormonaten beläuft sich saisonbereinigt auf immerhin 2,6 Prozent.

Die Auslandsbestellungen liegen – wie schon die Umsätze – gegenüber dem Vorjahr deutlich im Plus, und zwar im Vorjahresvergleich für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt real und arbeitstäglich bereinigt um 10,3 Prozent. Auch gegenüber den Herbstmonaten bedeutet dies einen saisonbereinigten Anstieg um 3,9 Prozent. Diese Kennzahlen, verbunden mit einem weiter aufwärts gerichteten Trend, weisen darauf hin, dass das Auslandsgeschäft der Industrie im Jahresverlauf weiter Fahrt aufnehmen dürfte.

(Redaktion)