Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mo, 23.11.2015 13:49

Konjunktur: Mehr Beschäftigte, mehr Arbeitslose

Im Jahr 2016 wird die deutsche Wirtschaft um 1,5 Prozent wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner neuen Konjunkturprognose. Auch die knapp 3.000 Unternehmen, die das IW Köln zu den konjunkturellen Perspektiven befragt hat, blicken nur verhalten optimistisch in die Zukunft – aus verschiedenen Gründen.


Die Anzahl der Beschäftigten ist so hoch wie nie, Grund- und Kinderfreibetrag werden erhöht und die kommende Rentenerhöhung wird saftig. Hinzu kommen die monetären Transfers an Flüchtlinge, das Niedrigzinsumfeld und eine dank niedriger Energiepreise minimale Inflation. Deswegen wird der Inlandskonsum das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr tragen, prognostiziert das IW Köln. Andere Entwicklungen – wie die wirtschaftliche Lage in den zentralen Schwellenländern – geben dagegen wenig Grund zum Optimismus oder sind, wie die Folgen der massiven Zuwanderung nach Deutschland, nicht verlässlich abzuschätzen.

Laut IW-Konjunkturumfrage erwarten aktuell nur knapp 26 Prozent der Unternehmen für 2016 steigende Exporte. Im Frühjahr 2015 waren es noch gut 32 Prozent gewesen. Rund 28 Prozent der Firmen gehen für 2016 davon aus, dass sie mehr Mitarbeiter beschäftigen werden als im Moment, 17 Prozent erwarten weniger Jobs. Durch den Flüchtlingszustrom, so die IW-Konjunkturprognose weiter, wird sich die Arbeitslosenquote dennoch leicht auf gut 6,5 Prozent erhöhen, wobei die Beschäftigung zeitgleich auf jahresdurchschnittlich 43,25 Millionen Personen zulegen wird.

Um die deutsche Wirtschaft zu stimulieren, fordern die IW-Konjunkturforscher von der Politik mehr Mut zur Flexibilität am Arbeitsmarkt. „Wenn die Politik Zeitarbeit und Werkverträge wie geplant einschränkt, können Unternehmen kaum auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren. Dann bleiben positive Beschäftigungseffekte aus“, mahnt IW-Direktor Michael Hüther. Eindringlich warnt das IW die politischen Entscheider zudem davor, für Flüchtlinge und Investitionen neue Schulden zu machen. „Diese Mehrkosten müssen aus den aktuellen Steuermehreinnahmen gestemmt werden und indem an anderer Stelle gespart wird. Das ist ohne Probleme möglich“, sagt Hüther.

(Redaktion)