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Wirtschaft | Mi, 20.11.2013 09:11

Konsumgüterindustrie in Baden-Württemberg vor Weihnachten gut ausgelastet

Bei vielen Herstellern von Textilien, Spielwaren und anderen hochwertigen Konsumartikeln in Baden-Württemberg sorgt die Nachfrage kurz vor Weihnachten offenbar für gut gefüllte Auftragsbücher. Das belegt der Konjunkturbericht der L-Bank für die Branche.


Der Einzelhandel zeigt sich hingegen zurückhaltend, dies dürfte einerseits darauf zurückzuführen sein, dass der Online-Handel den Einzelhandelsgeschäften in Innenstadt und Shopping-Center immer stärkere Konkurrenz macht. Zudem könnte der schwelende Tarifstreit zu einer Belastung für das wichtige Weihnachtsgeschäft werden.

Da viele Geschäfte in den wenigen Wochen vor Weihnachten einen erheblichen Teil ihres Jahresumsatzes erzielen müssen, schlägt die Unsicherheit auf die Stimmung. Im baden-württembergischen Einzelhandel fiel der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden Monate auf minus 19 Punkte. Ganz abgeschrieben haben die Händler die Hoffnung auf ein erfreuliches Weihnachtsgeschäfts aber nicht. Die befragten Unternehmen sehen immerhin deutlich freundlichere Perspektiven als vor Jahresfrist: Im Oktober 2012 lag der Erwartungsindex bei minus 27 Punkten.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) zeigt sich grundsätzlich optimistisch: „Die Rahmenbedingungen für ein gutes Weihnachtsgeschäft im deutschen Einzelhandel stimmen. Wir rechnen mit einem moderaten Wachstum im Vergleich zum Vorjahr“, prognostizierte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser auf der Weihnachts-Pressekonferenz des Verbandes Anfang November. Die HDE-Prognose für November und Dezember liegt bei einem Zuwachs von 1,2 Prozent auf rund 80,6 Milliarden Euro.

Das Plus könnte sogar deutlich höher ausfallen: Wie die Beratungsgesellschaft Ernst & Young ermittelte, will jeder Deutsche in diesem Jahr durchschnittlich 273 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben – das wären beinahe 20 Prozent mehr als 2012. Ganz oben auf der Geschenkeliste stehen dabei Gutscheine und Bücher mit geplanten Ausgaben von durchschnittlich 33 Euro, gefolgt von Unterhaltungselektronik mit 29 Euro. Für Bekleidung werden 26 Euro eingeplant.

Weniger Sorgen über das Weihnachtsgeschäft machen sich offenbar die Konsumgüterhersteller in Baden-Württemberg. Bei den befragten Unternehmen läuft die Arbeit auf Hochtouren: Derzeit sind die Produktionsanlagen zu rund 86 Prozent ausgelastet, vor einem Jahr lag der Wert nur bei 79 Prozent. Auch der Index der Geschäftserwartungen kletterte binnen zwölf Monaten deutlich von minus sieben auf plus sechzehn Zähler.

Dabei dürfte einerseits die Exportorientierung der großen Markenhersteller eine wichtige Rolle spielen – sollte das Weihnachtsgeschäft in Deutschland schlechter als erwartet laufen, bleiben immer noch die starken Auslandsumsätze in Asien und den USA. Hinzu kommt, dass die Konsumgüterhersteller ihre Produkte zunehmend selbst, zum Beispiel über Online-Shops, an die Konsumenten bringen.

(Redaktion)