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Wirtschaft | Fr, 28.03.2014 08:28

Konsumklima weiterhin auf hohem Niveau

Die Stimmung der Verbraucher verzeichnet auch im März ein sehr gutes Niveau, zeigt aber keinen eindeutigen Trend. Während Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung zulegen können, muss die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen. Das sind Ergebnisse der aktuellen GfK-Konsumklimastudie für Deutschland. Für April prognostiziert der Gesamtindikator Konsumklima 8,5 Punkte nach ebenfalls 8,5 Zählern im März.


Die Verbraucherstimmung zeigt sich weiterhin auf einem insgesamt recht guten Niveau. Die Anschaffungsneigung kann ihren ohnehin bereits sehr hohen Wert aus dem Vormonat sogar noch einmal steigern. Wie der leichte Anstieg der Konjunkturerwartung beweist, sehen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft nach wie vor auf Erholungskurs. Dagegen kann die Einkommenserwartung ihren Rekordwert aus dem Vormonat nicht ganz behaupten. Die Sparneigung lässt ihr Rekordtief, zumindest vorerst, hinter sich und legt spürbar zu.

Nach dem kleinen Rückschlag im Vormonat sind die Konjunkturaussichten der Konsumenten im März wieder auf ihren Erholungskurs zurückgekehrt. Der Indikator gewinnt 1,3 Punkte hinzu und weist nun 33,2 Zähler auf. Damit hat sich der Aufwärtstrend etwas verstärkt. Dies belegt auch der Vorjahresvergleich: Hier kann der Konjunkturindikator auf ein sattes Plus von 32,6 Punkten zurückblicken.

Die Bundesbürger sehen die deutsche Wirtschaft weiter auf im Aufwind. Günstige Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft mit verbesserten Exportaussichten sowie ein nach wie vor sehr niedriges Zinsniveau in Deutschland werden die bislang schwächelnde Investitionsneigung nach und nach stimulieren. Damit werden die Investitionen dem Aufschwung mehr Breite verleihen und die Konjunktur stützen.

Wie sich die aktuellen Ereignisse auf der Krim auf die Stimmung der Verbraucher auswirken, bleibt abzuwarten. Die bislang letzte Eskalationsstufe mit dem Referendum sowie der Annexion durch Russland geschah erst nach Abschluss der Befragung und konnte somit nicht in die Stimmung mit einfließen. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass diese Entwicklung die Konsumenten künftig gerade in der Beurteilung der weiteren Konjunkturaussichten verunsichert. Dies wird umso wahrscheinlicher, wenn sich die Krimkrise auch auf andere Teile der Ukraine ausweiten und der Westen mit härteren Sanktionen reagieren würde. In diesem Falle ist eine Auswirkung auf die Verbraucherstimmung sehr wahrscheinlich.

Im Gegensatz zu den Konsumenten scheinen die Ereignisse auf der Krim bei den Unternehmen schon erste Spuren zu hinterlassen, denn das ifo-Geschäftsklima ist im März nach vier Anstiegen in Folge wieder etwas gesunken.

Die Einkommenserwartung hat im März ihren im Vormonat errungenen Rekordwert nicht ganz behauptet. Der Indikator muss drei Punkte abgeben und steht nun bei 45,6 Zählern. Damit bleibt die Einkommensstimmung jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Dieser anhaltende Optimismus unter den Verbrauchern hat sicherlich einige Berechtigung. Eine stabile Arbeitsmarktsituation mit einer noch leicht steigenden Beschäftigung nähren die Hoffnungen auf stärker steigende tarifliche Einkommen. Diese Hoffnungen spiegeln sich gegenwärtig im Einkommensindikator wieder. In der Tat zeichnet sich ab, dass die Tarifverhandlungen für dieses Jahr insgesamt ein Plus von 3 Prozent oder sogar leicht darüber ergeben können.

Von der guten Lohnentwicklung werden darüber hinaus auch die Rentner profitieren. Nach den aktuell vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung sollen die gesetzlichen Altersbezüge im Juli dieses Jahres in Westdeutschland um 1,67 und in den neuen Ländern sogar um 2,53 Prozent zunehmen. Unter der Annahme einer erwarteten moderaten Inflationsrate von 1,5 Prozent in 2014 bedeutet dies auch für die Rentner reale Einkommenszuwächse.

Die Anschaffungsneigung setzt ihren Höhenflug fort. Nach den geringen Verlusten im Vormonat legt der Indikator wieder deutlicher zu. Nach einem Plus von 6,6 Punkten weist er nun 55,5 Punkte auf. Damit setzt sich der Aufwärtstrend nun bereits seit Anfang 2013 fort.

Die für die Konsumneigung entscheidenden Rahmenbedingungen, wie stabiler Arbeitsmarkt, gute Einkommensentwicklung und moderate Inflation, sind weiterhin günstig. Das anhaltend niedrige Zinsniveau stützt die Anschaffungsneigung zusätzlich.

Diese überaus gute Konsumneigung kommt gegenwärtig jedoch nur zum Teil beim Einzelhandel an. Vielmehr profitieren der Dienstleistungsbereich, wie er beispielsweise für Renovierungen benötigt wird, aber auch Urlaubsreisen. Der nach wie vor hohe Stand an Baugenehmigungen lässt zudem den Schluss zu, dass auch weiterhin beträchtliche Mittel in den Immobilienbereich fließen werden.

Der Gesamtindikator prognostiziert für April 2014 einen Wert von 8,5 Punkten nach ebenfalls 8,5 Zählern im März. Das Konsumklima legt damit eine Verschnaufpause ein. Damit wird der private Konsum auch in diesem Jahr eine zuverlässige Säule der Konjunktur sein. GfK bestätigt ihre im Februar veröffentlichte Prognose, wonach die gesamten privaten Konsumausgaben in 2014 real um 1,5 Prozent steigen werden. Dies wäre eine deutliche Besserung gegenüber 2013, als nach den bislang vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes ein Konsumwachstum von knapp einem Prozent zu Buche stand.

(Redaktion)