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Wirtschaft | Di, 27.11.2012 08:29

Konsumneigung der Verbraucher weiterhin stabil

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im November uneinheitlich. Die Konjunkturerwartung ist leicht gestiegen. Gleichzeitig verzeichnen sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung Verluste. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für November 2012.


Die deutschen Verbraucher sind nach wie vor verunsichert. Gründer dafür sind die europäische Schuldenkrise sowie die spürbar sinkende Konjunktur. Dennoch behauptet sich die Konjunkturerwartung im November auf niedrigem Niveau und legt zum dritten Mal in Folge geringfügig zu. Die Einkommensaussichten bleiben von der wirtschaftlichen Lage jedoch nicht unbeeindruckt und müssen spürbare Einbußen hinnehmen. In deren Sog geht auch die Konsumneigung leicht zurück, allerdings auf nach wie vor sehr hohem Niveau. Folglich kommt der Aufwärtstrend des Konsumklimas zum Stillstand und der Indikator verliert leicht zum Jahresende.

Obwohl die Signale aus der Wirtschaft derzeit nicht ermutigend sind, nehmen die Rezessionsgefahren nach Ansicht der Deutschen nicht weiter zu. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwächephase des Euro-Raums sind die deutschen Exporte dorthin allerdings eingebrochen. Bislang wird dieses Minus noch durch die anhaltend guten Exportgeschäfte in andere Wirtschaftsräume, wie beispielsweise Asien oder auch die USA, kompensiert. Nach den ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal dieses Jahres nur noch um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugenommen. Und die weiteren Aussichten für die beiden folgenden Quartale sind nach Einschätzung der Experten nicht viel besser. Das BIP wird stagnieren oder sogar leicht zurückgehen.

Entsprechend wurden die Prognosen für das kommende Jahr auch für Deutschland deutlich nach unten revidiert. So erwartet der Sachverständigenrat in seinem kürzlich veröffentlichten Jahresgutachten 2012/13 sowohl für dieses wie auch für nächstes Jahr nur noch einen Zuwachs des BIP in Höhe von jeweils 0,8 Prozent. Entgegen den Erwartungen ist der ifo-Geschäftsklimaindex im November um 1,4 Punkte gestiegen.

Die Deutschen gehen jedoch nach wie vor davon aus, dass ihre Einkommen künftig steigen werden. Da in den kommenden Monaten die Inflation nicht deutlich zunehmen wird, wird auch ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer reale Zuwächse bekommen. Entscheidende Voraussetzung für diese gute Einkommensentwicklung ist jedoch, dass der Arbeitsmarkt weiterhin stabil bleibt. Hier sind die Prognosen durchaus ermutigend. Die Beschäftigung wird auf dem aktuellen Niveau bleiben, wenn auch die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich nicht weiter sinken wird.

Im Gegensatz zur schwächelnden Einkommenserwartung ist die Konsumneigung weiterhin sehr hoch. Diese ausgeprägte Stabilität beruht in erster Linie auf den positiven Arbeitsmarktzahlen. Die hohe Beschäftigung bändigt die Angst vor Jobverlust und fördert damit die Planungssicherheit gerade im Hinblick auf größere, werthaltige Anschaffungen. Auch die anhaltend moderate Inflationsrate stützt die Konsumneigung. Weiteren Rückenwind erhält die Kauflaune durch die schwache Sparneigung der deutschen Verbraucher. Das sehr niedrige Zinsniveau sowie die Verunsicherung durch die europäische Schuldenkrise sind keine guten Voraussetzungen, Spareinlagen zu bilden. Stattdessen tendieren die Konsumenten eher dazu, ihre finanziellen Ressourcen in werthaltige Anschaffungen zu investieren, als es den Banken zu überlassen.

Der private Konsum wird weiter seiner ihm zugedachten Rolle gerecht, wonach er eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur ist. Angesichts der Rezession in der Eurozone, dem wichtigsten Exportpartner Deutschlands, sowie weltweiter Schwächetendenzen werden die Ausfuhren vermutlich einen geringeren Beitrag zum Zuwachs des BIP leisten. Die Binnenkonjunktur und hier vor allem der private Konsum haben somit die wichtige Aufgabe, ein Abgleiten der deutschen Wirtschaft in die Rezession zu verhindern.

(Redaktion)