Sign In

Welcome, Login to your account.

Marketing & Personal | Do, 14.06.2012 10:38

Kündigung minderjähriger Auszubildender trotz Abwesenheit der Eltern rechtens

Wenn einem minderjährigen Auszubildender in der Probezeit gekündigt werden soll, muss die Kündigung den gesetzlichen Vertretern fristgerecht zugehen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sieht diese Anforderung als erfüllt an, wenn das Schreiben in den gemeinsamen Hausbriefkasten der Familie eingeworfen wird. Darauf weist die Handwerkskammer Reutlingen hin.


Im konkreten Fall hatte ein Ausbildender ein Ausbildungsverhältnis am letzten Tag der dreimonatigen Probezeit gekündigt. Das Schreiben war adressiert an den Auszubildenden, gesetzlich vertreten durch seine Eltern. Am selben Tag war das Schreiben per Boten in den gemeinsamen Hausbriefkasten eingeworfen worden. Die Eltern, die zu diesem Zeitpunkt verreist waren, konnten die Kündigung erst zwei Tage später tatsächlich zur Kenntnis nehmen.

Das BAG stellte mit Urteil vom 8. Dezember 2011 fest (Az.: 6 AZR 354/10), dass die Abwesenheit der Eltern nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung führt. Entscheidend war allein, dass die Kündigung erkennbar an die gesetzlichen Vertreter des Minderjährigen gerichtet gewesen ist und die Kündigung den Eltern mit Einwurf in den gemeinsamen Hausbriefkasten auch fristgerecht zugegangen ist.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks weist Betriebe darauf hin, dass die bloße Kenntnisnahme der Kündigung durch die gesetzlichen Vertreter allein nicht ausreiche. Aus diesem Grund sei es ratsam bei minderjährigen Auszubildenden, das entsprechende Schreiben grundsätzlich an die Eltern zu adressieren.

(Redaktion)