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Unternehmensnachrichten | Fr, 20.05.2011 09:00

L-Bank: Starke Nachfrage bei Investitionsfinanzierungen und Existenzgründungen im Südwesten

Mit 3,6 Mrd. Euro finanzierte die L-Bank im Jahr 2010 Investitionen in Wirtschaft und Wohnungsbau. „Die Nachfrage nach unserer Förderung stieg letztes Jahr kontinuierlich. Die Unter­­nehmen haben im Aufschwung insbesondere in Betriebserweiterungen investiert. Diese positive Entwicklung setzt sich verstärkt 2011 fort. Außergewöhnlich ist auch die anhaltende Dynamik in der Gründungsszene. Denn in Aufschwung­phasen gehen die Gründungszahlen in der Regel zurück. Die Entwicklung unserer Existenzgründungsfinanzierung zeigt aber gerade das Gegenteil“, sagte Christian Brand, der Vorsitzende des Vorstands der L-Bank.

Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, konnte auf der Bilanzpressekonferenz gute Ergebnisse für die L-Bank vermelden. (Foto: Victor. S. Brigola)

Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, konnte auf der Bilanzpressekonferenz gute Ergebnisse für die L-Bank vermelden. (Foto: Victor. S. Brigola)


Im Jahr 2010 unterstützte die L-Bank den baden-württembergischen Mittelstand mit mehr als 8.600 Krediten. Insgesamt wurden 2,4 Mrd. Euro vergeben. „Seit Mitte 2010 wirkt sich der konjunkturelle Aufschwung deutlich auf das Investitionsverhalten der Unternehmen aus“, sagte Brand. „Die Zahl der Kreditfinanzierungen nahm zu und vor allem die Volumina lagen höher als 2009. Das zeigt: Die Betriebe verwirklichen wieder größere Vorhaben. Dieses Wachstum hat Bestand und setzt sich aktuell fort.“ Bei der Wachstumsfinanzierung, einem klassischen Investitionsprogramm, hatte die Bank ein Plus von 70 % (638,8 Mio. Euro). Die Technologiefinanzierung nahm um 45 % zu (69,8 Mio. Euro).

Mit der steigenden Nachfrage bei den Investitions­finanzierungen wurden dagegen Liquiditätskredite 2010 wieder seltener nachgefragt (181,2 Mio. Euro; -26 %). Sie waren in der Krise das zentrale Angebot zur Betriebsmittelfinanzierung; ihr Rückgang ist ein weiterer Beleg für einen intakten Aufschwung. Sie spielten 2010 aber immer noch eine große Rolle. Denn kurzfristiger Liquiditätsbedarf besteht auch bei anziehender Konjunktur, da zum Beispiel Waren­lager aufgefüllt und vorfinanziert werden müssen.

Einen wichtigen Anteil an der Entwicklung der Mittelstandsförderung hatten die jungen Unternehmen. 3.300 Existenzgründer und Übernehmer förderte die L-Bank im letzten Jahr mit Kreditfinanzierungen bis zu 2 Mio. Euro. Das Angebot wurde 2011 für Kreditvolumina bis 10 Mio. Euro ausgebaut.

Obwohl im Aufschwung die Gründungszahlen in der Regel zurück gehen, stiegen sowohl die Zahl der Fälle als auch die Kreditvolumina letztes Jahr um  20 %. Dieser starke Trend setzt sich auch 2011 fort. „Vor allem höhere Finanzierungen wurden in den letzten Monaten nachgefragt; das heißt, es werden größere Projekte verwirklicht. Gründungen im Nebenerwerb und kleine Vorhaben nahmen letztes Jahr zwar zu, der Schwerpunkt der Entwicklung lag aber bei höheren Investitionen“, kommentierte Brand.

In den letzten Monaten hat die Bank ihr Angebot für Mikrofinanzierungen erweitert. Die Startfinanzierung 80 – mit einer 80-prozentigen Risikoentlastung der Hausbank durch die Bürgschaftsbank – bietet seither Kleinstkredite ohne Festlegung eines Mindestbetrags an. „Damit können wir auch Gründer mit sehr geringem Kapitalbedarf unterstützen und decken dadurch die gesamte Bandbreite der Gründungs­finanzierung ab“, sagte Brand. „Gerade im Dienstleistungsbereich sind zum Start in die Selbstständigkeit häufig nur kleine Investitionen nötig.“ Darüber hinaus wurden die Laufzeiten des Programms flexibilisiert.

Mit Blick auf die relativ geringen Eigenkapitalquoten des Mittelstands hatte die L-Bank im vergangenen Jahr ihr Angebot aufgestockt. Der LEA Mittelstandsfond stellt seither ein Volumen von 500 Mio. Euro zur Verfügung. Der Fonds ist zu gut einem Drittel belegt, so dass noch ausreichend Spielraum besteht, um die ansteigende Nachfrage abzudecken. Viele Unternehmen konnten zwischenzeitlich auch ihre Eigenkapitalquoten durch die guten Ergebnisse 2010 verbessern.

„Die L-Bank konnte 2010 im operativen Geschäft an die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre anschließen“, sagte Brand. „Das Betriebsergebnis vor Risiko ist mit 347,5 Mio. Euro um 14,3 % gestiegen. Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsquelle der Bank, nahm um 7,1 % auf 422,1 Mio. Euro zu.“ Insbesondere höhere Margenerträge aus der Refinanzierung haben zu diesem Anstieg beigetragen. Die ordentlichen Erträge konnten dadurch um 8,1 % auf 476,6 Mio. Euro gesteigert werden. Gleichzeitig sanken die Aufwendungen um 3 %. Das Bewertungsergebnis insgesamt stieg auf -85,5 Mio. Euro (Vorjahr: -67,3 Mio. Euro) an.

Das Betriebsergebnis nach Risiko lag mit 262,0 Mio. Euro 10,7 % höher als im Vorjahr und erreicht damit wieder das hervorragende Niveau von 2008. Die Bilanzsumme der Bank stieg 2010 auf 61,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 59,7 Mrd. Euro; + 2,2 %).

Aus ihrem Ergebnis stellt die L-Bank dem Land 2010 insgesamt 246,9 Mio. Euro zur Verfügung. Dieser Betrag verteilt sich auf Zinszuschüsse für die Förderprogramme des Landes (Bankbeitrag 101,6 Mio. Euro), Leistungen für den Straßenbau (15,3 Mio. Euro) und auf eine dieses Jahr deutlich höhere Sonderausschüttung (130,0 Mio. Euro) an das Land.

(Redaktion)