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| Mo, 17.11.2008 10:57

Landeslehrpreis für die Universitäten geht nach Freiburg, Mannheim und Ulm

Frankenberg: Studiengebühren haben Lehrsituation stark verbessert


Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg hat heute in Karlsruhe die Landeslehrpreise für die Universitäten überreicht. Träger des mit insgesamt 120.000 Euro dotierten Preises sind Dr. Andreas Bihrer von der Universität Freiburg, Frau Dr. Katharina Spraul von der Universität Mannheim und eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Tobias Böckers an der Universität Ulm.

„Die Studierenden stehen im Zentrum guter Hochschullehre. Nur durch Vorlesungen und Seminare, die sich am aktuellen Stand der Forschung orientieren, schaffen wir einen Qualifikationsvorsprung für unsere Absolventen. Die Förderung von guter Lehre ist daher ein Kernziel der Hochschulpolitik des Landes. Mit dem Landeslehrpreis sollen innovative Lehrprojekte honoriert werden. Vorbildliche Lehrleistungen müssen öffentlich gemacht werden, wenn sie als gute Beispiele Schule machen sollen“, sagte Frankenberg. „Die Preisträgerinnen und Preisträger haben ihr „Können in der Lehre eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Gleichzeitig betonte der Minister die Bedeutung der Studiengebühren für die Verbesserung der Lehrsituation. „Dem diesjährigen Preisträger Professor Böckers wäre es ohne die Einnahmen aus Studiengebühren kaum gelungen, mit dem „theatrum anatomicum“ einen neuartigen Operationssaal für Lehrzwecke in Ulm aufzubauen.“

Der Landeslehrpreis an den Universitäten wurde im Jahr 1993 eingeführt. Insgesamt gibt das Land dafür 120.000 Euro jährlich aus. Ausgezeichnet werden können bis zu drei Preisträgerinnen oder Preisträger für besonders herausragende Lehrleistungen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus unabhängigen Experten, ehemaligen Preisträgern und Studierenden. Landeslehrpreise gibt es für alle Hochschularten.

Aus der Begründung der Jury:
Dr. Andreas Bihrer (Universität Freiburg, Philosophische Fakultät)
Bihrer wird für sein Projektseminar „Editionsübung“ ausgezeichnet. Mit seiner Veranstaltung ist es dem Wissenschaftler gelungen, Lehre und Forschung, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Zu dem Lehrkonzept gehört, dass Studierende eine der wissenschaftlichen Fachwelt nahezu unbekannte Quelle theoretisch und praktisch in allen Schritten erschließen - bis hin zur Präsentation der Ergebnisse vor Fachpublikum und zur Veröffentlichung in Fachzeitschriften. Die Studierenden schätzten besonders die größtmögliche Eigenständigkeit und die Einbindung neuer Medien.

Dr. Katharina Spraul (Universität Mannheim, Fakultät für BWL)
Frau Spraul erhält den Preis für ihre Lehrveranstaltungen mit Service Learning. Bei dieser didaktischen Methode werden wissenschaftliche Seminarinhalte mit praktischer Anwendung in gemeinnützigen Bereichen verknüpft. Im Rahmen von Sprauls Lehrveranstaltungen wurden eine Kosten- und Leistungsrechnung für die Stadtgärtnerei Mannheim und Vorschläge zur Prozessoptimierung der VWA Rhein-Neckar erarbeitet. Begeistert waren die Studierenden von der Möglichkeit, Gelerntes in der Praxis anzuwenden.

Arbeitsgruppe um Professor Dr. Tobias Böckers (Universität Ulm, Institut für Anatomie und Zellbiologie)
An der Universität Ulm erhält die Gruppe mit Prof. Tobias M. Böckers, Dr. Ulrich Fassnacht und Dr. Anja Böckers den Preis für ihr Lehrkonzept „Anatomische Ausbildung im 21. Jahrhundert: Moderne Ansätze zu Qualitätsstandards in der Lehre, Ausbildungsforschung und curricularer Integration“. Das Curriculum der Anatomie in der Medizinerausbildung wurde völlig neu konzipiert. Thematische Schwerpunkte werden aufeinander aufbauend wiederholt angeboten. Mit Hilfe von Studiengebühren wurde, ein „theatrum anatomicum“ aufgebaut, wo in realitätsnahen Szenarien wichtige Operationstechniken gelernt und geübt werden können. So werden Medizinstudierende schon früh an den Arztberuf herangeführt.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg