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KMU & Freiberufler | Mo, 15.08.2011 15:05

Lean-Management für KMU: Dornröschenschlaf, Lethargie oder Ignoranz?

Von: Manuela Häufle, Petra Thiel

Stillstand bedeutet Rückschritt. In vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist zunehmend eine Lähmung, in Bezug auf Weiterentwicklung und Unternehmensverbesserung, festzustellen.


Eine unerklärliche Lethargie, insbesondere im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Unternehmensverbesserung und -weiterentwicklung, scheint viele kleine und mittlere Unternehmen des gesamten DACH-Gebietes (D, A, CH und FL) mehr und mehr zu lähmen. Nach Gesprächen mit Geschäftsinhabern und Produktionsleitern ist immer häufiger festzustellen, dass in den KMUs überdurchschnittlich viel Verbesserungspotential vorhanden ist. Leider wird dieses zu selten genutzt, bzw. die Umsetzung effizienterer Systeme in die Zukunft verschoben.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ erkannte Henry Ford schon vor Jahrzehnten. Der wohl bekannteste amerikanische Unternehmensgründer (Ford Motor Company) perfektionierte nicht nur die Fließbandtechnik stetig und immer wieder aufs Neue. Seine Ideen, im Hinblick auf eine moderne Fertigung, revolutionierten die industrielle Produktion erfolgreich. Statt in seine Fußstapfen zu treten und schon heute an der Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens zu bauen, wird in den KMUs jedoch scheinbar verzweifelt nach Argumenten gesucht, die genau dies verhindern. Dabei sind Weiterentwicklung und Prozessoptimierung entscheidende Faktoren, um das Unternehmen morgen, unter veränderten Bedingungen und Marktanforderungen, erfolgreich weiterführen zu können. Nachstehend die 3 Top-Ausreden der KMUs zum Thema Prozessoptimierung.

Ausrede Nr. 1: "Wir haben im Moment keine Zeit, weil..." Urlaub, Projekte, zu viel Arbeit, Personalmangel, keine freien Kapazitäten - diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Richtig: Der Tag hat nur 24 Stunden. Aber "Mit einem frisch geschärften Sägeblatt lässt es sich leichter und schneller arbeiten, als mit einem stumpfen.“ Die Optimierung der sogenannten "Zeitfresser" spart Zeit und somit Geld.

Ausrede Nr. 2: „Wir haben im Moment kein Geld für so was, Ausgaben für Berater können wir uns nicht leisten.“Richtig: Eine gute Beratung kostet Geld. Aber: Schlanke und effektive Prozesse sparen dies mehrfach ein. Die KMUs scheinen sich der Amortisationszeitennotwendiger Investitionen nicht bewusst zu sein. Eine gute Beratung kann Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euros einsparen - und das über Jahre hinweg.

Ausrede Nr. 3: „Das kann ich selbst. Das habe ich bisher selbst hingekriegt. Das habe ich alles schon ausprobiert. Das bringt sowieso nichts. Warum soll ich mir jetzt externe Experten holen, um meine Abläufe zu verbessern?“ Richtig: Irgendwie schaffen Sie es schon, irgendwann ... Aber: „Sie lassen sich Ihre Haare doch auch vom Friseur schneiden und vertrauen dabei einem Spezialisten mit Know-how und Erfahrung“.

Fazit: Trotz aller Ausreden – wagen Sie den Schritt und beenden Sie heute diese Argumentationskette. Oder möchten Sie vielleicht schon morgen Ihre Produktion in ein Billiglohnland verlagern, Lohnkürzungen oder gar Entlassungen vornehmen? Vielleicht verlieren Sie auch Kunden, weil der Wettbewerb günstiger, schneller und innovativer war. Beenden Sie heute die Brandbekämpfung gegen die täglichen Strohfeuer. Hören Sie damit auf, jeden Tag aufs Neue, nach schnellen Lösungen zu suchen, um den Kunden kurzfristig zufrieden zu stellen – auf Ihre Kosten.

„Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen.“ Henry Ford

Schieben Sie nicht alles auf die lange Bank, denn sonst kommen Sie unter die Räder des Wettbewerbs. Es kommt nicht darauf an, alles auf einmal zu ändern und zu verbessern. Schritt für Schritt in die richtige Richtung – fangen Sie an, Ihre Vorteile der Marke "Familienunternehmen“ zu nutzen und profitieren Sie von der schnellen, flexiblen und unbürokratischen Umsetzbarkeit Ihrer schlummernden Verbesserungspotentiale - mit Hilfe eines Experten.

Die häufigsten Kosten- und Zeitfresser in KMUs:

  • Fehlende Planzeiten und mangelnde Feinplanung
  • keine Vor- und Nachkalkulation
  • unnötige Kapitalbindung durch zu hohe Materialbestände
  • verschwendete Produktionsfläche durch zu hohe Materialbestände
  • Lange Material- und Produktionswege verschlingen Maschinen- und Personalkapazitäten
  • hoher und teurer Zeitaufwand für Nacharbeiten bei schlechter Qualität
  • zu hohe Umrüstzeiten an Maschinen und Werkzeugen
  • Wartezeiten und erhöhter Zeitbedarf aufgrund schlecht gestalteter Arbeitsplätze

Sagen Sie Ihrer „Schieberitis“ ade. Sie können Ihre unternehmerische Energie und wertvolle Zeit besser nutzen, als sich über hohe Produktionskosten zu ärgern. Stehen Sie Ihrem eigenen Erfolg und dem Ihres Unternehmens nicht selbst im Weg. Denken Sie heute schon an Morgen und fangen Sie an, Ihre Prozesse zu verbessern und in die Zukunft zu investieren.

Zu den Autoren:

Dipl.-Betr. (BA) Manuela Häufle ist Expertin im Bereich Prozessoptimierung und Industriemechanik. Mehr dazu ist unter www.haeufle-optimierung.de nachlesbar.

Petra Thiel ist REFA-Engineer, Six Sigma Black Belt und Spezialistin für Lean-Management- Methoden. Mehr dazu: www.swiss-lean-consulting.ch.